Bei ihrer Jahreshauptversammlung zogen die Kameradinnen und Kameraden der Ortsteilfeuerwehr in Elbenau am Wochenende Bilanz über das vergangene Jahr. Zu drei Einsätzen wurden die Blauröcke gerufen. Der stellvertretende Wehrleiter Marco Richter konstatiert seiner Wehr einen guten Ausbildungsstand und beste technische Voraussetzungen im modernen Gerätehaus von 1998. Auch zwei neue Mitglieder konnten in den Reihen der Elbenauer Wehr begrüßt werden.

Elbenau. Vor zwei Jahren ist Christian Werner nach Elbe-nau gezogen. Der 36-Jährige hat eine kleine Familie und ist mit seinem Bruder selbständig in der Bau- und Dienstleistungsbranche. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Christian Werner zusammen mit Nico Mühlsiegel den Kameraden der Elbenauer Feuerwehr als neues Mitglied vorgestellt. "Ich war vier Jahre lang Zeitsoldat", sagt Christian Werner. "Und ich vermisse die Kameradschaft, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe." Ein Grund für den jungen Mann, in die Reihen der Blauröcke einzutreten. Gerade auch als "Neu-Elbenauer". Das Ehrenamt in der Feuerwehr sei ein schönes Bild dafür, dass man sich mit seinem Wohnort identifiziere und sich gern für Gesundheit und Gut seiner Nachbarn einsetze.

Nico Mühlsiegel, ebenfalls Neuling unter den 19 aktiven Kameraden, kann dem nur beipflichten. Eine Feuerwehrkarriere ist ihm als Sohn des Schönebecker Stadtwehrleiters Ronald Mühlsiegel förmlich in die Wiege gelegt, doch empfindet er zuerst eine eigene Verpflichtung: "Die Feuerwehrarbeit beruht auf dem Ehrenamt. Deshalb ist es wichtig, dass Leute sich dafür einsetzen und sich in ihrer Freizeit die entsprechenden Dienstvoraussetzungen aneignen, auch wenn das zum Teil mit persönlichen Entbehrungen verbunden ist."

Christian Werner und Nico Mühlsiegel absolvieren jetzt bis Mitte Juni den ersten Teil ihres Grundlehrgangs, dann soll sofort der zweite folgen. "Wenn alles gut geht, sind wir schon in diesem Jahr befähigt, am aktiven Dienst teilzunehmen", sagt der 35-Jährige und freut sich über die herzliche Aufnahme bei den Elbenauer Blauröcken.

Die waren in den vergangenen Jahren glücklicherweise nicht bei vielen Alarm-Einsätzen gefordert. Ein Küchenbrand in Grünewalde, ein Flächenbrand und eine technische Hilfeleistung sind für 2010 im Einsatzbuch bilanziert. Dennoch war die Wehr nicht minder aktiv, wie der stellvertretende Wehrleiter Marco Richter in seinem Rechenschaftsbericht beschreibt. So habe es 40 Dienstabende gegeben, die der feuerwehrtechnischen Ausbildung an den Löschfahrzeugen und Geräten gedient hätten. Hinzu, so Marco Richter, seien die Schulungen für die Spezialisierung innerhalb der Schönebecker Stadtwehr gekommen.

"Bei der Technik und der Ausrüstung gibt es keine Defizite"

Die Elbenauer haben ihren Schwerpunkt auf die Wasserversorgung über längere Strecken gelegt. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr in Plötzky, aber auch in anderen Bereichen solle ausgebaut werden, kündigte der Vize-Wehrleiter an. Im April wird es erstmals einen gemeinsamen Dienstabend geben. Denn größtes Problem bleibt, dass die Tagesalarmsicherheit nicht gegeben ist. "Weil viele Kameraden über die Grenzen Schönebecks hinaus arbeiten, können wir wochentags zwischen 6 und 18 Uhr keine komplette Staffel oder Gruppe gewährleisten", erklärt Marco Richter.

Diese Aspekte griffen auch Abschnittsleiter Uwe Tandler und Stadtwehrleiter Ronald Mühlsiegel in ihren Grußworten auf. Die Feuerwehren würden das in Elbestadt bekannte und vielfach praktizierte Additionsprinzip weiter festigen. Die Wehren unterstützen sich im Einsatz.

Weil das Gefahrenpotenzial in Ostelbien geringer sei, so Ronald Mühlsiegel, werde man zukünftig bei bestimmten Alarmierungen auch Personal aus Ostelbien zu Einsätzen im Stadtgebiet westlich der Elbe einsetzen, um vom guten Ausbildungsstand der Kameraden insgesamt in einer Schadenslage profitieren zu können. "Die Einsatzpläne werden dem entsprechend in der kommenden Zeit geändert", kündigte der Stadtwehrleiter an.

Dass die Kameradinnen und Kameraden in Elbenau gut gerüstet sind, stellte Marco Richter in seinem Bericht dar. Es gab Ausbildungen innerhalb der Stadtwehr, auf Kreis- und Landesebene. Für das laufende Jahr sind weitere geplant. Auch technisch sei man auf dem neuesten Stand, so der stellvertretende Wehrleiter. "Bei der Technik und der Ausrüstung gibt es keine Defizite. Wir haben eines der modernsten Feuerwehrgerätehäuser und sind mit Fahrzeugen entsprechend der Feuerwehrvorschriften ausgestattet." Dafür dankte Marco Richter besonders der Stadtverwaltung als nächst zuständiger Behörde.