40 000 Euro erhält das Kreismuseum in Schönebeck-Bad Salzelmen in diesem Jahr durch das Land Sachsen-Anhalt. Kultusministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff (CDU) bestätigte die Zuwendung jetzt bei einer Gesprächsrunde mit dem Landtagsabgeordneten Gunnar Schellenberger und Vertretern des Kreises sowie des Museumsfördervereins.

Schönebeck. Rund 200 000 Euro Fördermittel hatte der Museumsförderverein des Kreismuseums für 2011 beantragt. Bei einem Besuch im Januar kündigte Sachsen- Anhalts Kultusministerin Birgitta Wolff 20 000 Euro an. 40 000 Euro sind es jetzt geworden. "Wir freuen uns über das Geld vom Land und sind dankbar für die Zuwendung", sagt Fördervereinsvorsitzender Olaf Busch in die Gesprächsrunde.

Doch so richtig Festtagslaune will am Freitag bei der Bekanntgabe des Fördermittelbescheides nicht aufkommen. Auf der einen Seite steht ein ambitioniertes Museumskonzept: Das Haus in Salzlemen soll Ort der kulturellen Bildung im Salzlandkreis werden und weit über die Kreisgrenzen hinaus strahlen. Mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt wurden die Inhalte dazu erarbeitet, die auch die Kreisgrabenanlage in Pömmelte mit einbeziehen und auf vielfältige Besuchergruppen zielen. Auf der anderen Seite steht das Geld. Die Umsetzung, die mit einer baulichen Ertüchtigung und Neuorganisation des Kreismuseums ihren Anfang genommen hat, kostet rund 750 000 Euro. Der Förderverein arbeitet ehrenamtlich vieles in Eigenleistung auf. Doch die Zeit sitzt den Machern im Nacken. Mit dem Geld kann der große Wurf am Haus - baulich wie inhaltlich - nicht gelingen.

Birgitta Wolff versteht das, stellt aber auch klar, dass man im Vergleich zu anderen regionalen Museen im Land wohlwollend bedacht worden sei. Man dürfe mit dem Beispiel Schönebeck kein "falsches Signal" senden. "Grundsätzlich muss Landesförderung auch immer Landesinteressen berücksichtigen, deshalb müssen wir auf die Proportionen achten", so die Ressortchefin.

Auch wenn der Landkreis noch deutlichere Signale vom Land erwartet, gerade weil der Landesmuseumsverband die inhaltliche Ausrichtung mit vorgegeben hat, kann Birgitta Wolff nicht mehr finanzielle Unterstützung für die kommenden Jahre versprechen. Sie bringt aber andere Fördermöglichkeiten ins Gespräch und nennt das Schulbudget. Die Bildungseinrichtungen würden immer mehr ganztägliche Aufgaben übernehmen, fernab des regulären Unterrichts. Dafür gebe das Land zukünftig Geld. "In diesem Zusammenhang können die Schulen mit Orchestern, Museen oder Theatern vor Ort Kooperationen eingehen", so die Kultusministerin. In ihren Augen durchaus eine nachhaltige Option für das Kreismuseum.

Landtagsabgeordneter Gunnar Schellenberger, der die Ministerbesuche organisiert hatte, geht optimistisch heran. "Unser Anspruch ist: Wir müssen das in den kommenden drei Jahren schaffen und es darf dabei keine Abstriche am Gesamtkonzept geben." Aus diesem Grund wolle man weiter auf Partnersuche gehen und zunächst mit der Kloster- Berge-Stiftung sprechen.