Trotz des Winters ist die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit Schönebeck im Februar gesunken. Damit zeichnet sich ein bundesweiter Trend in der Behörde ab. Die setzt auf gezielte Vermittlung, auch mit der Hilfe von Zeitarbeit. Für junge Menschen gibt es den Tag der Berufe.

Von Daniel Wrüske

Schönebeck. 1220 Personen waren im Zuständigkeitsbereich der Schönebecker Arbeitsverwaltung im Februar 2011 arbeitslos. Anfang des Jahres waren es noch 34 Menschen mehr. Die Quote fiel damit im Vergleich zum Januar von 4,3 auf 4,3 Prozent.

Insgesamt meldeten sich im Februar 346 Personen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig beendeten aber 349 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Die Zahlen der Statistik zeigen, dass sich eine Entwicklung fortsetzt: Seit Beginn des Jahres gab 907 Arbeitslosmeldungen, dem stehen 600 Abmeldungen von Arbeitslosen gegenüber. Dass die Werte gegenüber dem Jahresende 2010 allerdings leicht gestiegen sind, begründet die Behörde mit dem Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse. Der 31. Dezember sei dafür ein typischer Stichtag, das Ergebnis schlage sich in der Januarquote nieder.

Dennoch: "Aktuell gibt es Stellen", sagt Kathleen Homeyer, Chefin der Agentur für Arbeit in Schönebeck. Aufgabe der Behörde sei es, Angebote so spezifisch wie möglich und orientiert an den Qualifizierungen der Arbeitslosen zu vermitteln. So werden derzeit Altenpfleger, Schweißer, Produktionshelfer, CNC-Maschinenbediener, Maschinen- und Anlagenführer oder Mitarbeiter für Callcenter gesucht. Im Januar waren 82 Stellen gemeldet, im Februar waren es bereits 121.

Kathleen Homeyer sagt, dass viele Stellen über Zeitarbeitsfirmen angeboten würden. "Für Menschen ohne Arbeit bieten diese Stellen echte Chancen", so die Agenturchefin.

Auch wenn das Image der Zeitarbeit noch nicht überall als gleich positiv empfunden werde, würden Unternehmen vermehrt auf das Angebot zurückgreifen, um Produktionsspitzen personell abdecken zu können. "Die Arbeitslosen sind dann zwar befristet in einem Job. Aber sie sind sozialversicherungspflichtig angestellt. In wenigen Fällen bieten sich sogar Möglichen für eine Festanstellung."

Von den Menschen, die auf Jobsuche seien, müsste die Agentur verlangen können, dass sie diese Tätigkeiten ausführen. "Zeitarbeit ist eine zumutbare Beschäftigung", stellt Kathleen Homeyer klar. Auftrag der Behörde sei es, Menschen zu fördern, aber auch zu fordern. "Zumal sich Erwerbsbiografien in den vergangenen Jahren grundlegend geändert haben." Kaum jemand arbeite sein Leben lang in einem Job, so Kathleen Homeyer. Mit dem Februarergebnis liege die Agentur Schönebeck im guten Mittelfeld der zur Hauptagentur Magdeburg gehörenden Agenturen.

Positiv ist nach den Angaben der Agentur für Arbeit auch die Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt. Ausbildungen gibt es für Kaufleute im Außen- und Großhandel, für Verkäufer oder Zerspanungsmechaniker. Kathleen Homeyer: "Die jungen Leute sollten sich jetzt bewerben und die Vorstellung ernst nehmen. Die Unternehmen suchen Nachwuchskräfte, die sie binden können." Als berufliche Orientierung dient der Tag der Beruf am 16. März.