Bürgermeister Jens Strube kündigte auf jüngster Stadtratsitzung "Maßnahmen im Zuge der Hochwasserschadensbeseitigung" an. Dazu zähle auch der Rückbau verschiedener Konstruktionen, die im Zuge der Schadenminimierung im Januar kurzfristig erfolgten. So müssen mehrere Rohre wieder aus der Fahrbahn genommen werden.

Barby. "In Abstimmung mit dem Baulastträger des Salzlandkreises soll Mitte März das Rohr aus der Zufahrtsstraße nach Tornitz entfernt werden", sagte Strube. Die Straße werde dann mehrere Tage gesperrt sein.

"Eine Erhöhung des Straßenkörpers scheint beim Kreis kein Thema zu sein"

In Höhe Kieswerk hatte man in einer spontanen Aktion einen Graben geschachtet, um den südwestlichen Ortsrand von Tornitz in Richtung Kiessee zu entwässern. Hier staute sich aufkommendes Drängwasser in dramatischer Weise. Ein riesiges Stahlrohr, das im Metallbau Henschel auf dem Hof lag, wurde als Durchlass im Straßenkörper verlegt. Auf diese Weise wurde ohne Genehmigungsverfahren kurzfristig das Abfließen des Wassers erreicht.

Fachleute zogen aufgrund der Wirkung die dauerhafte Schaffung eines Straßendurchflusses in Betracht. Doch Jens Strube machte klar, dass vorerst kein Wiedereinbau eines Rohres erfolgen solle. Er verwies auf die zwingende Erarbeitung und Genehmigung eines "ordentlichen Projektes".

Auch die aus demselben Grund gebaggerten Durchlässe im Werkleitzer Weg Höhe Kiessee "Barby Süd" und im Weg zur Wiesche nahe Tornitz werden in Regie des Städtischen Bauhofes nach Ausklang der Frostperiode ordnungsgemäß hergerichtet, versprach der Ortschef.

Ein anderes Hochwasserhindernis bleibt jedoch für unbestimmte Zeit bestehen. Strube: "Die Freigabe der Zufahrtsstraße nach Wespen wird es vorerst nicht geben."

Laut Auskunft der Kreisstraßenmeisterei müsse die Straße erst "von Wasser unbeeinflusst" sein, um eventuelle Aus- und Unterspülungen abklären zu können. "Eine Erhöhung des Straßenkörpers scheint beim Landkreis kein Thema zu sein", stellte der Bürgermeister fest. Nur dass würde eine dauerhafte Lösung sein. Auch Wespens Ortsbürgermeisterin Gudrun Tulinski hatte nach mehrmaligem Vorstoß abschlägige Anworten vom verantwortlichen Baulaustträger bekommen. Seit Wochen rollt der Umleitungsverkehr über einen landwirtschaflichen Feldweg, der nur mit zwei Betonspuren befestigt ist. Gudrun Tulinski dankte den Landwirten für ihre Toleranz, erinnerte aber gleichzeitig an die permanente Gefährdung. "Wenn jetzt die Feldarbeiten losgehen, wird es eng, wenn sich zwei große Fahrzeuge dort begegnen." Auch der Schul- und Linienbus muss hier entlang fahren, was sicherheitstechnisch nicht verantwortbar sei. Der Landkreis verwies nach Volksstimme-Anfrage auf "eine lange Liste mit abzuarbeitenden Reparaturanforderungen", worunter sich auch die einzige Wespener Zufahrtsstraße befinde.

Im Raum südlich der Saale werde jetzt die Wiederherstellung des Durchlasses Kepplachengraben nahe Klein Rosenburg vorbereitet. Auch dort hatte man zum Teil zugesetzte Betonröhren herausgerissen, um den Grabenabfluss in Richtung Schöpfwerk Breitenhagen zu gewährleisten. "Abstimmungen mit dem Landwirt, Unterhaltungsverband und Stadt sind bereits erfolgt", informierte Jens Strube.

Als "Herausforderung" bezeichnete er die Beseitigung des Schwemmgutes auf den Wiesenflächen, der als "Sondermüll" zu werten sei, da erhebliche Anteile anorganischer Materialien enthalten sind. Soll heißen: Elbe und Saale bringen mit ihren Hochwassern nicht nur Holz und Stroh als Schwemmgut, sondern Mengen an Kunststoff oder alte Autoreifen. Mitte März wird der Bauhof alle verfügbaren Kräfte zur Beräumung einiger Flächen einsetzen.

"Der Ausklang der Frostperiode bleibt aber noch abzuwarten"

"Bis dahin erwarten wir noch eine Klärung des Landkreises, inwieweit er sich an den Entsorgungskosten beteiligen wird, da der Kreis im Zuge von Müllverkippungen im Außenbereich immer die Kosten der Entsorgung übernimmt", sagte Strube.

Laut Bürgermeister könne man allgemein feststellen, dass der Frost keine bemerkenswerten Straßenschäden hinterlassen hat. "Der Ausklang der Frostperiode bleibt aber noch abzuwarten", so Jens Strube.

Der Barbyer Elbwerderweg habe dagegen an verschiedenen Stellen Schaden genommen. Was die Beseitigung kostet, werde derzeit ermittelt.

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