Der Aschermittwoch war wieder einmal Start für die siebenwöchige Fastenzeit bis zum Osterfest. Nun ist nicht unbedingt jeder Mensch mit der 40-tägigen Passion Christi so verbunden, dass er das Fasten intensiv betreibt. Wir haben uns trotzdem einmal auf der Straße umgehört: Ist jemand bereit, auf etwas ihm Wichtiges zu verzichten? Und was können die Schönebecker auf keinen Fall entbehren?

"Mit 84 Jahren möchte ich einfach auf nichts mehr verzichten", meint Gerda Sonntag. Die Schönebeckerin hat früher aus Acht auf die Figur mal das ein oder andere Stück Kuchen weggelassen. "Aber in meinem Alter will ich beispielsweise ein schönes Frühstück nicht missen", erzählt die Rentnerin.

Eine ähnliche Einstellung besitzt Jens Schröter. "Ich verzichte auf rein gar nichts", sagt der 43-Jährige. "Wer die Haltung zum Fasten vertritt, kann das gerne machen." Auf sein Kind könnte er auf gar keine Fälle verzichten, wie der Schönebecker sagt, das sei sein Ein und Alles.

Ein echtes Fasten habe sie noch nicht probiert, schildert Karin Großmann. "Diesen eisernen Willen, den die Menschen dabei besitzen, finde ich allerdings sehr gut, das zeugt von Stärke", erklärt die 69-Jährige. Sie selbst könnte unmöglich auf ihr Obst verzichten, wie sie verrät.

Vielen Schönebeckern ist das persönliche Betreiben des Fastens ebenso fremd. So erzählt Mandy Pfeiffer, dass sie dergleichen für sich absolut ausschließen könne. "Es liegt schließlich an jedem selbst, ich würde es nicht probieren", schildert sie. Allein vor der Vorstellung, auf ihre Zigaretten verzichten zu müssen, graut der 26-Jährigen. "Das würde gar nicht funktionieren."

Das Rauchen zu beenden, hat auch Manfred Koch versucht. "Hat nicht geklappt", schmunzelt er und zieht sichtbar genüsslich an seinem Glimmstengel. "Deshalb halte ich wahrscheinlich auch nicht allzu viel vom Fasten", führt der 56-Jährige fort. "Weiterhin möchte ich mich allerdings auch bei gutem Essen nicht unbedingt mäßigen", verrät er.

"Ich glaube, ich muss nicht wirklich fasten", meint Mandy Bartsch. Der religiöse Gedanke hinter der auch als Passionszeit bezeichneten Periode vor Ostern - in Erinnerung an das 40-tägige Fasten Jesu Christi -sei ihr egal, wie die 28-Jährige erzählt. "Von mir aus kann es jeder so machen wie er denkt", schildert die Frau aus Schönebeck. Auf Nachfrage erklärt sie, sei ihr der eigene Arbeitsplatz ein unverzichtbares Gut. "Wenn man kein Geld hat, fastet man schließlich auch im weitesten Sinne", bemerkt sie lachend.

   

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