Barby. Seit Ende 2004 ist die große Ruhe im Stellwerk des Barbyer Bahnhofs eingekehrt. Die Deutsche Bahn legte die Strecke Barby-Güterglück -Wiesenburg still.

In Richtung Kurve Seehof und damit auf die Strecke Halle-Magdeburg, fahren nur noch selten ein paar Kesselzüge, die der Barbyer Weizenverarbeiter Cargill betreibt. Immer dann wird das Stellwerk kurzzeitig besetzt und die daneben befindliche Schranke schließt sich. In Richtung Elbbrücke hält ein Prellbock jegliche Bahnbewegung auf, wächst die Trasse langsam zu.

Nach der Wende machte der Barbyer Bahnhof als Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen historischer Streifen Karriere. So auch für eine Produktion, die der Südwestfunk in Auftrag gegeben hatte. Für den Sender Arte wurde im Herbst 1999 eine Dokumentation produziert, die 1961 spielte. Weil sich an den Originalschauplätzen zwischen Magdeburg und Marienborn kein einziger Bahnhof mehr finden ließ, der noch so aussieht wie 1961, wich man auf die Kanonenbahn aus.

Spektakulärer war Udo Lindenbergs Sonderzug von Pankow nach Magdeburg, der hier eine Styropormauer durchbrach. Tausende Zuschauer verfolgten diese Aktion am 3. Oktober 2003.

Das Sterben der Bahnhofsrestaurants kam bereits nach der Wende. Es dauerte nicht lange, da schlossen auch die großen Bahnhofs-Empfangsgebäude wie in Barby und Calbe (West). Heute stehen sie für \'n Appel und \'n Ei zum Verkauf.

Der Abzweig Werkleitz, ein Stellwerk, wo man von der Strecke Barby-Calbe (West) über die "Seehof-Kurve" in Richtung Gnadau-Magdeburg fährt, ist seit 2003 ein Geisterhaus. Bis dahin legte hier ein Fahrdienstleiter die Weiche um, stellte Signale. Was auch heute noch funktioniert, nur computergesteuert von Leipzig aus.

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