Schönebeck (dw). Die Stadt Schönebeck reagiert bei der Gestaltung von Friedhofsanlagen auf moderne Bestattungswünsche. Auf dem Westfriedhof in der Magdeburger Straße entstand in einem ersten Bauabschnitt 2010 ein Teil einer neuen Urnengemeinschaftsanlage. Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase und Mitarbeiter der Fachverwaltung im Rathaus stellten Mitgliedern des Friedhofsausschusses jetzt die fertiggestellten Abschnitte vor.

Das Besondere ist, dass den Angehörigen durch die Namensstellen die Möglichkeit gegeben ist, den Namen ihres Verstorbenen zu verewigen. Sie finden so auch einen Ort, an dem sie Blumen niederlegen und still gedenken können. Bei anonymen Bestattungen auf der sogenannten Grünen Wiese endete die Trauerfeier in der Kapelle, die Urne wurde in aller Stille und an einem unbekannten Platz auf der Wiese in den Boden gesenkt. Viele Trauernde haben diese Stellen dann markiert und dort Blumen abgestellt. Mit der Folge, dass immer wieder Menschen über die Grüne Wiese liefen, was des Ortes nicht angemessen ist.

Angebot reagiert auf Wünsche

Weil das Friedhofswesen mit der sozialen Situation in der Stadt und der Bevölkerungsentwicklung unmittelbar zusammenhängt, setzt die Verwaltung auf moderne Formen. Immerhin fast 90 Prozent aller Bestattungen sind Urnenbestatungen, ein kleiner Teil davon ist anonym. Erhebungen bestätigen das: So wurden 2009 im Schönebecker Stadtgebiet insgesamt 409 Urnenbeisetzungen durchgeführt. Davon waren 100 anonym. Weitere 125 wurden anonym, aber im Beisein der Angehörigen durchgeführt. Im Unterschied dazu wurden 49 Erdbestattungen beauftragt. "Viele Familien sind durch Arbeitswelten auseinander gerissen, so dass sich nicht permanent jemand um eine Grabstelle kümmern kann. Für andere ist eine Erdbestattung nicht zu leisten", sagt Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase. Zwischen 540 Euro für eine Grabstelle auf der Urnen- gemeinschaftsanlage und 2070 Euro für ein zweistelliges Erd-Wahlgrab werden von der Stadt veranschlagt. Der OB ist deshalb überzeugt, dass man mit dem neuen Areal auf dem Westfriedhof den richtigen Weg eingeschlagen habe. Der Ort sei bewusst gewählt, da hier die meisten Bestattungen der Elbestadt im Vergleich zu den anderen Friedhöfen stattfinden. "Hier wurde ein schöner Kompromiss gefunden, die Kosten sind tragbar und die Angehörigen können bei der Bestattung der Urne dabei sein, so wie es vielfach gewünscht war."

Weiterbau hängt vom Geld ab

Die Planungen im Rathaus legen Wert darauf, dass der Bereich im Feld fünf des Westfriedhofs sich von anderen abgrenzt. Es ist kreisförmig angelegt, eine attraktive Staudenbepflanzung soll die Urnengemeinschaftsanlage künftig hervorheben. Geplant sind weiterhin Partnergräber. Die Kosten belaufen sich seit 2009 bisher auf rund 61 600 Euro für Planung und Baumaßnahmen. Die aktuelle Haushaltssituation entscheidet, wann und wie weiter gebaut wird.