Schönebeck. Unter großer öffentlicher Anteilnahme sind gestern die ersten Stolpersteine in Schönebeck verlegt worden. "Hier wohnten Hedwig und Bertha Sachs, Georg, Margot, Ruth und Hedwig Margoniner", steht auf den insgesamt sechs Steinen, die fortan auf dem Gehweg in der Kirchstraße auf einstige Schönebecker aufmerksam machen. Sie sind in den 1940er Jahren allein wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und ermordet worden.

Während des Einlassens der Stolpersteine übergaben Lehrer und Schüler des Carl-Hermann-Gymnasiums einen Scheck in Höhe von 800 Euro an den Verein Zedakah, der die Aktion Stolpersteine in Schönebeck koordiniert. Damit befindet sich auf dem Spendenkonto eine Summe von rund 4400 Euro.

Im Vorfeld der Verlegung, die auf eine Initiative der FDP-Stadtratsfraktion zurückgeht, hatten sich insbesondere Schönebecker Schulen für diese Art der Erinnerung stark gemacht und Spenden gesammelt. So organisierten das Gymnasium und die Lerchenfeldschule unter anderem eine Benefizgala und einen Treppenlauf.

Auch die Sekundarschule "Maxim Gorki" war gestern mit einer Abordnung vertreten. "Unsere Schüler interessieren sich sehr für dieses Thema. Auch sie haben Spenden gesammelt", sagte die Klassenlehrerin der 5c, Martina Zindler. Zu den Gästen der Stolperstein-Verlegung gehörte der ehemalige Landeswirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP). Weitere Erinnerungssteine sind in der Ahorn-, Tolberg-, Pfänner- und Lessingstraße verlegt worden.