Michael Pietschker (parteilos, Fraktion des RCV) ist neuer Ortsbürgermeister von Groß Rosenburg. Er erhielt fünf von neun möglichen Stimmen. Gewählt wurde er in geheimer Abstimmung von den Mitgliedern des Ortschaftsrates während dessen jüngster Sitzung am Donnerstagabend.

Von Thomas Linßner

Groß Rosenburg. Die Neuwahl stand an, da die Legislatur des bisherigen Bürgermeisters Hagen Meiling (parteilos) nach sieben Jahren abgelaufen war. Wie alle anderen Bürgermeister war auch Meiling "nahtlos" als Ortsbürgermeister in den Ortschaftsrat der Einheitsgemeinde übernommen worden.

"Ich war überrascht, dass ich keinen Gegenkandidaten hatte"

Michael Pietschker (45) kann auf eine 17-jährige Erfahrung im Gemeinde- und Ortschaftsrat sowie im Barbyer Stadtrat zurückblicken. Er wird dieses Ehrenamt bis zum Ende der Wahlperiode im Juni 2014 ausüben. Als "stellvertretender Ortsbürgermeister für den Verhinderungsfall" wurde Tino Puder (CDU) bestätigt.

Michael Pietschker war überraschend der einzige Kandidat. Amtsinhaber Hagen Meiling machte bis zum Schluss ein Geheimnis daraus, ob er kandidiert oder nicht. "Fachkreise" waren zuvor fest davon ausgegangen. Für mehrere Ortsbürgermeisterkollegen und Ortschaftsräte stand fest, dass er nochmal antritt.

Hagen Meiling war 14 Jahre Bürgermeister von Groß Rosenburg. Sein offizielles Fazit, warum er nicht wieder kandidierte: Er habe in den vergangenen 14 Jahren viel bewegt, wolle aber jetzt "anderen Bürgern aus Groß Rosenburg die Chance geben, sich zu beweisen." Hinter den Kulissen munkelte man jedoch, dass er die moralische Unterstützung seiner Ortschaftsräte vermisste, nochmal anzutreten.

Auch Tino Puder war als Bewerber um das Ehrenamt gehandelt worden. Er hatte jedoch in der vergangenen Woche Klartext gesprochen und eine Kandidatur ausgeschossen. Als Begründung nannte er seine zahlreichen Verpflichtungen bei der Feuerwehr und als Stadtrat.

So kam es, dass auf dem Wahlschein - er war für drei Kandidaten vorbereitet - nur ein Name stand: Michael Pietschker.

Der gestand gestern auf Volksstimme-Nachfrage, dass er "überrascht war, keinen Gegenkandidaten zu haben". Der 45-jährige vertritt seit 17 Jahren die Rosenburger Interessen im Kulturausschuss, ist wie Meiling und Puder Einheitsgemeinde-Stadtrat und Vorsitzender des Rosenburger Kultur- und Carnevalsvereins. Vor diesem Hintergrund war am Wahlabend der Satz von "Vize" Tino Puder zu verstehen, der dem neuen Ortsbürgermeister ans Herz legte: "Wir hoffen, dass es überall weiter geht, nicht nur auf einer Schiene."

"Mir ist schon bewusst, was einige Leute jetzt denken werden: Nämlich dass wir nun alle lustig werden, in Rosenburg", spielte Pietschker auf seine Funktion als Karnevalschef an. Er unterstrich im gleichen Atemzuge aber, dass er "sehr wohl in der Lage ist, die Dinge auseinander zu halten".

Erste Amtshandlung wird für den frisch gebackenen Ortsbürgermeister am kommenden Dienstag eine Bürgerversammlung sein, in der über Straßenbaumaßnahmen und Finanzierungen in Groß Rosenburgs "Siedlung II" informiert wird. Hier werden die Bürger - die allesamt recht große Grundstücke haben - am Ausbau beteiligt.