Es ist eine Auszeichnung, die ihresgleichen suchen kann. Am Donnerstagabend wurden im altehrwürdigen Carl-Maria-von-Weber-Theater in Bernburg sechs Frauen geehrt, die sich im Salzlandkreis ehrenamtlich engagieren. Sie dürfen sich jetzt mit Recht Salzlandfrau nennen.

Salzlandkreis. Ein, zwei kleine Tränen kullern Nicole Lüdecke über die Wange. Die Schönebeckerin wird von ihren Emotionen übermannt, als sie feststellt, dass sie es ist, von der die Laudatorin auf der Bühne spricht. "Selbst noch jung an Jahren, hat sie sich mit voller Kraft dem Erhalt und der Pflege ¿älterer Dinge\' zugewandt und ihr ganzes ehrenamtliches Engagement einem alt-ehrwürdigen Haus verschrieben", berichtete Gisela Schröder, Schönebecks stellvertretende Oberbürgermeisterin. Derweil wischt sich Nicole Lüdecke, die sich im Förderverein des Kreismuseums engagiert, das Gesicht trocken. Und schon im nächsten Moment wird sie auf die Bühne gerufen, Nicole Lüdecke, die laut Gisela Schröder "ein Gespür für die Geschichte der Stadt und der Region hat und es versteht, auch den jungen Menschen dieses Gespür zu vermitteln".

Nicole Lüdecke wird am Donnerstagabend zur Salzlandfrau gekürt. In der Kategorie "Kultur" hat sie sich außergewöhnlich verdient gemacht. So wie die Schönebeckerin sind weitere fünf Frauen im Carl-Maria-von-Weber-Theater Bernburg für ihr Engagement geehrt worden. Zusammenfassend kann gut und recht gesagt werden, es war ein Loblied auf das weibliche Geschlecht. Eine verdiente Hommage, wenn man den Laudatoren genau zuhörte.

"Meine Salzlandfrau leitet seit 15 Jahren einen Verein, der sich inzwischen für das gesamte kulturelle Dorfleben verantwortlich zeichnet", sagte der stellvertretende Oberbürgermeister der Stadt Staßfurt, Hans-Georg Köpper. "Ob die Vorbereitungen zum Erntedankfest, der Adventsmarkt oder das Weihnachtskonzert - meine Salzlandfrau ist in der ersten Reihe zu finden", fasste er das Engagement von Sabine Rotter zusammen, die sich vor allem in Atzendorf einen Namen gemacht hat und nun Salzlandfrau "Soziales" ist.

Herausragend ist außerdem der Einsatz von Helga Fritsche aus Gnadau. "Sie hat immer ein offenes Ohr für soziale Belange. Durch regionale Projekte ist sie nicht nur in ihrer Gemeinde, sondern auch über deren Grenzen hinaus bekannt", beschrieb Barbys Bürgermeister Jens Strube die Salzlandfrau "Gesellschaft". "Dieses hervorragende Engagement ist einer Würdigung wert."

Heike Seeber aus Bernburg wurde mit der Skulptur geehrt, die einen Paragrafen in den Händen hält. "Heike Seeber tut das, was sie für richtig und wichtig hält und vergisst darüber hinaus nicht, ihre Mitstreiter dafür zu begeistern und mitzunehmen", lobte Bernburgs Oberbürgermeister Henry Schütze. Neben ihrem politischen Engagement hat die Bernburgerin sich ebenso im Tierschutz verdient gemacht.

"Unsere Preisträgerin eröffnete in Aschersleben das erste Geburtshaus im Altkreis Aschersleben-Staßfurt", begann Hans-Joachim Schulze von der Salzlandsparkasse seine Ehrung für Susanne Gonschior. "Durch sie wurde für die Frauen ein Ort geschaffen, an dem sie in ihrer eigenen Kraft gestärkt und ihren Bedürfnissen und Wünschen entsprechend begleitet und unterstützt werden."

Aufgrund der herausragenden ehrenamtlichen Leistungen von Sabine Herrmann wurde in diesem Jahr erstmals der Sonderpreis "Sport" verliehen. "Sie hat das passende Rezept, in Kindern und Jugendlichen die Lust an sportlicher Betätigung dauerhaft zu wecken", würdigte Landrat und Schirmherr der Verleihung Ulrich Gerstner. "Unsere Salzlandfrau stellt ihre persönlichen Belange in den Hintergrund und setzt fast ihre gesamte Freizeit dafür ein, um ihre sportlichen Ziele zu verwirklichen."

Kulturell umrahmt wurde die Festveranstaltung durch das Ensemble Theatrum Schloss Hohenerxleben.