Nach Jahrzehnten ist ein Ölgemälde mit der Ansicht von "Klein Venedig" an der Saale an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. Enkel Frank Seifert aus Falkensee bei Berlin hat sein gut erhaltenes Erbstück der Rolandstadt übergeben.

Calbe. Es ist eine farbenfrohe Ansicht der Stadt, die nicht nur jeder Calbenser kennt. Zwar ist das genaue Entstehungsdatum unbekannt, doch zeigt das Gemälde die Saaleseite der Rolandstadt - im Volksmund auch "Klein Venedig" genannt - im vergangenen Jahrhundert, als an das Wasserkraftwerk am Saalebogen noch nicht zu denken war.

"Das Bild ist wunderschön und markant", sagt Frank Seifert aus dem Städtchen Falkensee im Westen Berlins. Dennoch möchte er das Bild, das er vor Jahren von seinem Großvater aus Calbe vererbt bekommen hatte, nun in veranwortungsvolle Hände geben. Zwar hat es keinen hohen materiellen, für ihn jedoch einen hohen ideellen Wert.

Beim Bild handelt es sich um ein Auftragswerk des noch heute bekannten Calbenser Hobbymalers Gerhard Kuhl, der einst in der Schloßstraße ein Fahrradgeschäft betrieb.

"In meinem Haus findet es einfach keinen richtigen Platz, wir sind in einem ganz anderen Stil eingerichtet", antwortet Seifert auf die Frage, warum er sich von der in Öl verewigten Stadtansicht trennt. "Zu Calbe habe ich zudem keine enge persönliche Beziehung. Früher kamen wir oft die Großeltern besuchen. Heute sind wir eher selten mal da", sagt Seifert, der sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung setzte und es als Dauerleihgabe anbot. "Es sollte nicht verstauben, sondern vielen Menschen zugänglich sein", wünschte Seifert.

Bürgermeister Dieter Tischmeyer kam dem Wunsch gern nach und sucht im Rathaus nun dafür einen würdigen Platz.