Während des jüngsten Saalehochwassers war das Feuerwehrgebäude in Schwarz als Deichwachtbüro eingerichtet worden. Dabei wurden bauliche Mängel deutlich, die nach Meinung vom neuen Ortswehrleiter Stefan Ede bald abgestellt werden sollten. Zudem sei ein neues Gerätehaus nötig, da die Betriebskosten vor allem im Winter unnötig hoch seien.

Schwarz. Vor gut einem Jahr wurde in Schwarz nach mehr als 30 Jahren der Generationswechsel mit der Wahl von Stefan Ede zum Ortswehrleiter und Christian Täubert zu dessen Stellvertreter vollzogen. "Wir wissen, dass wir ein schweres Erbe angetreten haben und versuchen, in die Fußstapfen von unseren Vorgängern Werner Pfotenhauer und Manfred Böttcher zu treten", sagte der 27-jährige Ortswehrleiter im Rahmen der Jahreshauptversammlung am vergangenen Wochenende im Beisein von Abschnittsleiter Tino Puder, Stadtwehrleiter Harald Heinicke und Bürgermeister Dieter Tischmeyer.

Mit dem jüngsten Saalehochwasser hat Stefan Ede, der zum Löschmeister befördert wurde, die Feuerprobe bereits hinter sich. Einen Vorgeschmack darauf gab es schon im Oktober, als fünf Schwarzer Kameraden mit anderen Kräften des Salzlandkreises zum Hochwasserein-satz nach Jessen an die Schwarze Elster ausrückten. Als Dank für den Einsatz überreichte Dieter Tischmeyer eine Ehrenurkunde des Landkreises Wittenberg.

Neben der Würdigung der guten Zusammenarbeit mit der Calbenser Wehr nutzte der Ortswehrleiter die Gelegenheit, auch auf kritische Punkte einzugehen. Zwar konnte mit Unterstützung der Stadt ein Beamer für Schulungszwecke angeschaft sowie Maler- und Renovierungsarbeiten im Schulungsraum durchgeführt werden, doch der bauliche Gesamtzustand des Feuerwehrgebäudes gebe Grund zur Besorgnis. Durch das Dach der Küche regnet es hindurch. Während des Hochwassereinsatzes sei deutlich geworden, dass zum einen der Schulungsraum zu klein ist. Zum anderen sind die Stromleitungen veraltet und beim Anstellen mehrerer Heizkörper überlastet. Zudem sei der Sanitärbereich ungenügend. In Wintermonaten werden Unmengen an Strom verbraucht, um das Sozialgebäude, die Umkleide und die Tankheizung zu betreiben, um alles frostfrei zu halten.

"Eigentlich brauchen wir schnellstmöglich ein neues Gerätehaus", sagte Ede in Richtung Stadt. Eine weitere Investition in das alte Gerätehaus wäre ineffektiv.

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Schwarzer Blauröcke sieben Einsätze, die sich in drei Brandeinsätze, drei technische Hilfeleistungen und einen Fehlalarm gliederten. Dabei ging es unter anderem nach Gottesgnaden, wo eine Gartenlaube brannte. Dort habe sich erneut gezeigt, dass es ein Problem mit der Löschwasserversorgung in der gesamten Kleingartenanlage gebe. "Es ist für uns nirgendwo möglich, Löschwasser zu entnehmen. Außerdem sind wir aufgrund der engen Zuwege gezwungen, eine lange Wegestrecke aufzubauen", machte Stefan Ede auf den Missstand aufmerksam.

Von den insgesamt 27 aktiven Kameraden bildeten sich zehn weiter. Kamerad Mirko Täubert wurde für 20 Jahre treue Dienste ausgezeichnet.