Die Einheitsgemeinden Barby, Bördeland, Calbe und Nienburg wollen zukünftig enger zusammen arbeiten. Jetzt traf man sich im Sitzungssaal des Barbyer Rathauses, um eine Willensbekundung zur interkommunalen Zusammenarbeit zu besiegeln.

Barby. Die Kooperation von mehreren Kommunen zur gemeinsamen Erbringung von öffentlichen Leistungen ist ein seit langem etabliertes und erfolgreiches Organisationsmodell.

Wie Barbys Bürgermeister Jens Strube (parteilos) sagt, sei man auf diese Idee bei einem Fortbildungslehrgang gekommen. Ins Boot wurden Einheitsgemeinden geholt, die nahe beeinander liegen und die ähnliche Probleme haben.

Verschiedene Maßnahmen

In Zeiten, in denen Städte und Gemeinden zunehmend unter Druck stehen, Kosten zu senken und gleichzeitig ihre Leistungen qualitativ oder quantitativ möglichst zu erhalten oder gar zu steigern, würde die interkommunale Zusammenarbeit eine wichtige kommunale Handlungsoption zur Verwaltungsmodernisierung darstellen.

Die Effekte lassen sich durch verschiedene Maßnahmen erreichen. So können Kostenvorteile oder Qualitätsverbesserungen unter anderem durch eine Koordination der Aufgabenerfüllung, der Leistungserbringung eines Partners für den anderen, der Zusammenlegung von Organisationseinheiten, der Gründung eines besonderen Trägers oder auch der gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur, erzielt werden. Was hier noch sehr nach Verwaltungsdeutsch klingt, lässt sich anhand von Beispielen erklären. So könnten sich die jeweiligen Bauhöfe technisch untereinander helfen.

Nienburgs Bürgermeister Markus Bauer (SPD) sieht in dieser Zusammenarbeit nicht zuletzt touristische Chancen. Schließlich tangiere der Saaleradwanderweg seine Einheitsgemeinde genauso wie Calbe und Barby. Laut Bauer müsse der Tourismus gemeinsam entwickelt werden.

Die Stadt Nienburg besteht ebenso wie Barby aus elf Ortsteilen. Historisch bedingt zog sich zwischen Calbe und der Stadt im Saale-Bode-Mündungswinkel über Jahrhunderte eine politische und "emotionale" Grenze: Preußen-Anhalt, Bezirk Halle-Bezirk Magdeburg, Kreis Schönebeck-Kreis Bernburg. Erst mit Gründung des Salzlandkreises 2007 verschwanden diese verwaltungstechnischen Gräben. Um sie in den Köpfen abzubrechen, würde auch eine konsequent praktizierte interkommunale Zusammenarbeit hilfreich sein.