Wie Schüler für klassische Musik und berühmte Komponisten begeistert werden können, zeigte gestern eindrucksvoll das Gastspiel der Kinderoper "Piccolino" aus Wien. Deren Akteure nahmen rund 100 Kinder und Lehrerinnen in der Aula der Großmühlinger Friedrich-Loose-Grundschule mit auf eine spannende Reise in die Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart.

Großmühlingen. Wahrhaft vornehm ging es damals in den Kreisen des europäischen Hochadels zu. So auch am Hof des Kaisers in Wien, der Mitte des 18. Jahrhunderts nur eine von vielen Stationen des reisenden Wunderknaben Mozart war. Michael Stark und Antoaneta Kostadinova zeigten in ihrem gut einstündigen Programm den Grundschülern in opulenten Kostümen, wie ein graziler Hofknicks oder die Schritte eines Menuetts auszusehen hatten. Kurzerhand schlüpften Schulleiterin Marion Bichl und Grundschüler Karl Bachmann in die Herrscherroben des österreichischen Kaiserpaares und ließen den jungen Mozart alias Lucas Kuhne auftreten. "Sehr gut", lautete das kurze aber aussagekräftige Urteil des Monarchen nach dem Klavierstück. Der Komponist bedachte die Kaiserin mit einem kurzen Wangenkuss. "Im Unterricht behandeln wir die Musikepochen, die Kinderoper ist eine ideale Ergänzung zum Unterrichtsstoff", sagt Musiklehrerin Birgit Scholz am Rande. Heiter ging es weiter mit handgefertigten Kulissen, Kostümen und Requisiten durch die Lebensjahre von Mozart. Dabei sangen die Kinder, unter denen auch ausgewählte Schüler der Calbenser Pestalozzi-Förderschule mit Lehrerin Christel Ebeling waren, gemeinsam mit den ausgebildeten Opernsängern die berühmte Arie vom Vogelfänger Papageno.

"Man muss vor Kindern genauso spielen, wie vor Erwachsenen. Nur noch besser", sagt die gebürtige Bulgarin Antoaneta Kostadinova. Die Schüler waren nach dem Programm restlos begeistert und gaben reichlich Applaus. "Nur mit Unterstützung des Schulfördervereins konnten wir den Auftritt realisieren", sagte Schulleiterin Marion Bichl im Anschluss.