Zu den sanierungsbedürftigen Straßenabschnitten zählt die Landesstraße zwischen Schwarz und Sachsendorf- Patzetz. Lang anhaltender Frost setzte der stark frequentierten Betonfahrbahn zu. Sie ist seit Jahren eine Dauerbaustelle.

Sachsendorf. Die zuständige Landesstraßenmeisterei weiß ein Lied davon zu singen: Auch wenn keine extremen Witterungen herrschen, hat die alte Betonpiste immer wieder erheblichen Reparaturbedarf. Die Ausfrierungen und Risse setzen sich mit Wasser voll, das bei Frost wie ein Keil wirkt. Besonders in den Kurvenlagen driftet die Fahrbahn regelrecht auseinander. Sehr deutlich wird das am Abzweig nach Trabitz.

Straße für die Landesverteidigung

Hinzu kommt die besondere Historie der Chaussee, die bis heute wie ein Fluch nachwirkt.

Weil in Ost-West-Richtung liegend, war sie zu DDR-Zeiten strategisch wichtig für die Landesverteidigung. Nur so kam es, dass sie in den 1980er Jahren - für damalige Verhältnisse modern - mit einer Betondecke ausgebaut wurde.

Weil der allgegenwärtige Mangel in der DDR auch um die Baustoffindustrie keinen Bogen machte, ersann das in Magdeburg ansässige Labor für Straßenwesen eine Neuerung. Um Splitt und Zement einzusparen, experimentierte man mit sogenanntem Gummischrot. Das bestand aus alten Autoreifen, die in Salzwedel zu einer "Körnung" von 16 bis 32 Millimeter geschreddert wurden.

Nach Abschluss der Untersuchungen wurde das Gummischrot dem Beton zugesetzt, der dann eingebaut und glatt gezogen wurde.

Dieses Verfahren praktizierte der ausführende Betrieb VEB-K Straßenbau auch beim Ausbau der Chaussee von Calbe in Richtung Brumby, die ebenfalls wichtig für die Landesverteidigung war. Wie sich herausstellte, bewährte sich die Neuerung nicht. Man ging wieder zur konventionellen Herstellung von Straßenbeton über.

Die Landesstraße ist eine der am meist befahrenen im Altkreis Schönebeck, weil sie die Autobahnen 9 und 14 miteinander verbindet. Entlastung wird vermutlich die B 6n schaffen. Ihr Lückenschluss zwischen Bernburg über Köthen zur A 9 liegt aber noch in weiter Ferne.