Dank der großen Spendenbreitschaft konnte die 23-jährige Maryna Jaishko aus der Ukraine Anfang des Jahres operiert und damit ihr Augenlicht gerettet werden. Jetzt muss die junge Frau nochmal in die Berliner Augenklinik am Wittenbergplatz, weil eine wichtige Nachsorgebehandlung erforderlich ist. Dafür werden erneut 3000 Euro benötigt.

Barby. Es war ein herzerwärmendes Resultat, das die Organisatoren des Vereins "Mirgoroder Projekt" zu Jahresbeginn verzeichnen konnten. Für die Augenoperation der Ukrainerin Maryna Jaishko waren 5134 Euro gespendet worden. Ein überwältigendes Ergebnis, das die 23-Jährige sprachlos machte, die sich selbst beinahe aufgegeben hatte.

Die Berliner Ärzte hatten mit ihrer Prognose recht, dass Marynas Augenlicht nach ein paar Wochen zurück kehrt. "Gegenwärtig hat das Auge eine Sehkraft von 35 Prozent. Wir erwarten am Ende 70 bis 80 Prozent", sagt Prof. Manfred Rühmland, Initiator des Mirgorod-Projektes. Ohne diesen Eingriff in Deutschland wäre die Erblindung nur eine Frage der Zeit gewesen.

Nicht vorausschaubar war vor der Operation der Einsatz von Silikonöl, das den gelartigen natürlichen Glaskörper stabilisiert. Ursprünglich sollte ein spezielles Gas eingesetzt werden, das der Körper nach einiger Zeit mit eigener Flüssigkeit ersetzen sollte. Die Ärzte entschieden sich jedoch für Silikonöl. Es muss nach mehreren Monaten in einer weiteren Operation wieder herausgesaugt werden, damit eine höhere Sehkraft erreicht werden kann und keine Komplikationen entstehen.

"Und genau dass ist der springende Punkt", erklärt Rühmland. Der erneute Aufenthalt in der Berliner Klinik koste rund 3000 Euro, die Maryna, die Halbweise ist, "nie und nimmer" aufbringen könne. Manfred Rühmland gesteht, dass ihm die erneute Spenden-Bitte "ziemlich peinlich" ist, man "die Sache aber nicht hätte voraussehen können".

Bürgermeister Jens Strube bleibt dagegen gelassener. Er freut sich darüber, dass bereits ein Teil des Geldes zugesagt wurde. "Es kommt von Leuten, die schon beim ersten Mal für Maryna gespendet haben und wissen, wie wichtig die zweite OP-Nachsorge ist."

"Es ist unglaublich, wieviel Lebensmut sie jetzt geschöpft hat"

Mühlingens Seelsorger Thomas Lütgert will in seinem Pfarrbereich zu Ostern um Spenden für die junge Frau bitten. Schon bei der ersten Aktion hatten seine Gottesdienstbesucher ein großes Herz bewiesen.

Thomas Lütgert hält ein besonderes Andenken an Marynas ersten Klinikaufenthalt in Ehren. "Sie hat mir zum Dank einen Schal in den Landesfarben rot-weiß geschenkt. Den trage ich bei besonderen kirchlichen Anlässen als Stola über dem Talar", verrät der Groß Mühlinger.

"Die 23-Jährige war Anfang des Jahres mental ziemlich am Boden", berichtet Manfred Rühmland. Sie hätte "große Angst" davor gehabt, dass die zweite Operation ebenso schief geht, wie die in Odessa. "Es ist unglaublich, wieviel Lebensmut sie jetzt geschöpft hat. Die Berliner OP gab ihr einen regelrechten Schub", erzählt Manfred Rühmland. Woraus seiner Meinung nach ein anderer bemerkenswerter Umstand resultiere: Die junge Ukrainerin hat vor wenigen Wochen geheiratet.

Die Hilfsaktion wurde von den Mirgorod-Initiatoren Prof. Manfred Rühmland und Bürgermeister Jens Stube initiiert, von Pfarrer Thomas Lütgert und der Volksstimme hilfreich begleitet.

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