Felgeleben. Pumpen bringt was. Davon sind Dieter Berge und Werner Grundmann von der Bürgerinitiative Felgeleben überzeugt. Nach einem zweiwöchigen Experiment mit Pump-Lanzen unweit des Felgeleber Bahnhofes zeigte sich, dass im näheren Umkreis der Wasserstand in den Kellern deutlich sank. Dieter Berge spricht von 13 bis 17 Zentimetern. Deshalb hat gestern die Felgeleber Feuerwehr einen quasi durch Zufall wieder entdeckten, sechs Meter tiefen Brunnen (es könnte sich hierbei um einen alten Löschbrunnen oder auch einen Wassertank für die Befüllung von Dampflokomotiven handeln) auf einem Gelände der Bahn mit einer Hochleistungspumpe bestückt. Jetzt wird wiederum für einen Zeitraum von zwei Wochen Tag und Nacht gepumpt. Das Wasser wird in die Kanalisation abgeleitet.

Wenn sich dann zeigt, dass die Durchnässung der Keller zurück geht, müsse eine Entscheidung gefällt werden, betont Werner Grundmann.

Als in diesem Moment Wenzel Tandler des Weges kommt, bestätigt der Anwohner den von Berge und Grundmann hervorgehobenen Effekt: Das Wasser im Keller ist gesunken. Tandler berichtet bei dieser Gelegenheit vom vergangenen kalten Dezember. Tagtäglich lief eine Pumpe in seinem Keller, doch eines Tages war der Zufluss enorm und die Technik überfordert. Das Ergebnis: ein zerstörter Heizkessel. "Warm geworden bin ich erst abends im Bett", erinnert sich der Felgeleber an 14 Tage ohne Heizung. Respekt äußert er vor den Mitarbeitern einer beauftragten Schönebecker Firma, die im eiskalten Wasser herumwerkeln mussten. Die Versicherung hat bezahlt, doch der hochwertige Heizkessel ist hinüber. "Dem trauere ich heute noch nach", sagt Wenzel Tandler. Eine unter der Kellerdecke angebrachte Therme stellt jetzt eine aus der Not geborene Lösung dar. Der Anwohner hofft, wie Berge und Grundmann, auf nachhaltig wirkende Maßnahmen.