Busfahren in Schönebeck wird seniorenfreundlicher. Bei einem Treffen von Vertretern des Stadtseniorenrates, der Kreisverkehrsgesellschaft und der Stadtverwaltung hat man sich auf diverse Erleichterungen geeinigt. Mit dem nächsten Fahrplanwechsel soll etwa die Schrift an den Haltestellenplänen größer werden. Eventuell wird auch eine weitere Haltestelle in den Plan der Stadtlinie aufgenommen.

Schönebeck. Zu kleine Schrift auf den Haltestellenplänen, zu selten fahrende Busse, zu wenig Orientierungshilfe auf den Streckennetzplänen - es waren einige Probleme, die der Stadtseniorenrat beim Treffen in der vergangenen Woche in Schönebeck ansprach. Für einen Großteil konnten Lösungen gefunden werden.

"Mit dem Fahrplanwechsel zum 25. August wollen wir die Schrift an den Haltestellenplänen größer gestalten", sagt René Schubert von der Kreisgesellschaft Bernburg, die die Schönebecker Stadtlinie A betreibt. Außerdem sollen dann nur noch die Abfahrtszeiten der jeweiligen Haltestelle angezeigt werden und nicht auch die der folgenden Haltepunkte. "Das ist übersichtlicher", erklärt Gudrun Schedler. Sie ist Vorsitzende des Stadtseniorenrates.

Ein zweiter Erfolg: Der Streckennetzplan auf Werbezetteln der Kreisverkehrsgesellschaft soll mit einem groben Stadtplan hinterlegt werden. Gudrun Schedler erklärt, warum das für ältere Menschen wichtig ist: "Viele wissen nicht, wie die Haltestelle heißt, an der zum Beispiel das Krankenhaus oder ihr Hautarzt liegt." Über das Netzwerk des Seniorenrates sollen die neuen Werbezettel verteilt werden, also über Wohlfahrsverbände, Kirchen und Sportvereine zum Beispiel.

René Schubert stellt noch eine weitere Erleichterung für Senioren in Aussicht: "Wir würden gern die Haltestelle Westfriedhof wieder bedienen. Außerdem soll der Halt Kreiskrankenhaus näher an das Gebäude verlegt werden." Wenn die Genehmigungsbehörde des Kreises, die Polizei und die Stadt zustimmen, können wir auch das mit dem Fahrplanwechsel umsetzen."

Den Anstoß zu dem Treffen hatte eine Seniorenbefragung im vergangenen Jahr gegeben. Zur Beteiligung hatten der Stadtseniorenrat, die Städtische Wohnungsbau GmbH, der Allgemeine Behindertenverband, der Verein "Selbstbestimmt Wohnen e.V." und die Stadt aufgerufen. 919 Schönebecker wurden zu Bereichen wie altersgerechtes Wohnen und ärztliche Versorgung befragt. Beim Thema Mobilität stuften 69 Prozent der Antwortenden den Bus entweder als nicht oder als eher nicht altersgerecht ein. "In der Folge haben wir Gespräche geführt, zum Beispiel mit dem Sehbehindertenverband", erklärt Gudrun Schedler. "Wir wollten wissen, wo genau die Probleme liegen."

Einige dieser Probleme können erst einmal nicht aus der Welt geschafft werden - zum Beispiel der Einsatz von älteren Bussen mit einem hohen Einstieg. Denn diese müssen zunächst ihre Laufzeit "abfahren". "Unsere Busfahrer sind aber angehalten, Fahrgästen bei Bedarf beim Einsteigen zu helfen", sagt René Schubert.

Ebenfalls nicht ändern lässt sich der Fahrtakt. Im Moment verkehrt die Stadtlinie A lediglich alle zwei Stunden. Dass dieser Takt nicht verdichtet werden kann, dafür hat Gudrun Schedler nach dem Treffen Verständnis: "Man hat uns erklärt, dass sich das wirtschaftlich nicht lohnen würde", erzählt sie. Und da Schönebeck nicht das typische Stadtzentrum habe, in das die Einwohner sternförmig aus allen Richtungen strömten, könne man zum Beispiel nicht auf den Regionalverkehr zurückgreifen, der die Fahrgäste mit dorthin nehmen würde. "Der Individualbedarf unserer Senioren, die ihr Ziel - etwa im Gegensatz zu Schülern - nur als Einzelpersonen anfahren, kann also durch den Bus nicht ausreichend abgedeckt werden."