Barby wird touristenfreundlicher. An der Eisenbahnbrücke animieren zwei überdimensionale Werbetafeln zu einem Abstecher nach Barby. Angesprochen werden in erster Linie Touristen, die auf dem Elberadweg unterwegs sind.

Barby. "Wer dit nich\' sieht, hat was mit de Oogen", grinste ein Radler aus Potsdam, der vergangenen Sonntag auf Elbetour war.

Seit Herbst prangen am Ostende der Barbyer Eisenbahnbrücke unübersehbare Werbeschilder, die aber jetzt erst so richtig wahrgenommen werden. Darauf steht: "Besuchen Sie uns in der historischen Stadt Barby". Die geballte Information auf je sechs Quadratmetern Info-Tafel soll vor allem fremde Radtouristen animieren, den Elberadwanderweg zu verlassen und einen Abstecher nach Barby zu machen.

Danach sollten sie allerdings wieder den Weg auf die ostelbische Seite finden, weil westelbisch in Richtung Norden kein radfahrfreundlicher Weg existiert. Der ins Auge gefasste Radweg Barby-Pömmelte wurde ja erst Ende vergangenen Jahres vom Land abgeschmettert. Die Begründung: Er verläuft parallel zu einer Landesstraße; das Land kann sich quasi nicht selbst mit Fördermitteln bedenken. Dabei hatte die Stadt ihre planerischen Hausaufgaben gemacht, zahlreiche Grundstückseigentümer recherchiert und den Eigenanteil eingeplant.

Die beiden Brücken-Hinweisschilder tragen ein Logo, das der Barbyer Günter B. Zenker vor Jahrzehnten entwarf. Es sind die drei Türme St. Marien, "Prinz" und "Prinzeßchen".

Die Stadt kleckerte nicht, sondern klotzte, was die Schildergröße betrifft. Jahrelang gab das Informationsdefizit an dieser Stelle mehrfach Anlass zur Kritik.

Nach wie vor schwierig ist die Elbbrückenpassage für Radler, die Gepäcktaschen an den Seiten haben. Die Edelstahlbarrieren am Ostpfeiler stehen viel zu eng.

Im Stadtgebiet hatte der Verein "Tourismusprojekt Grafschaft Barby" die Installation eines Tourismusleitsystem in die Hand genommen.

Die grün-weißen Hinweistafeln machen auf Herbergen und Dienstleister aufmerksam und tragen Piktogramme verschiedener Radwege.

Wie Vereinssprecherin Christina Roeder sagte, betrug der finanzielle Aufwand rund 4500 Euro. Finanziert wurde das Leitsystem aus Altstadtsanierungsmitteln, Mitgliederbeiträgen und Fördermitteln.

"Besonders mit Zunahme des Radtourismus wollen wir den Besuchern helfen, dass sie sich besser orientieren können, wenn sie ein Quartier suchen", unterstrich Christina Roeder.

Der Verein "Tourismusprojekt Grafschaft Barby" wurde erst Anfang 2010 gegründet. Vorsitzender ist Klaus Bittrich.

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