Mit Leben soll der Marktplatz erfüllt werden, in dem Schönebecker und ihre Gäste wieder gern in das Stadtzentrum gehen. Dabei soll keiner vor vollendete Tatsachen gesetzt werden. Deshalb rufen die Stadt und die Volksstimme Sie, liebe Leser auf: Schicken Sie uns Ihre Ideen, was der Markt und der Stadtkern bieten müssen, damit sich hier wieder das gesellschaftliche Leben tummelt.

Schönebeck. Jetzt haben es die Schönebecker selbst in der Hand. Der Markt am Fuße des Rathauses - in seiner ursprünglichen Art eigentlich zentraler Anlaufpunkt für die Bewohner eines Ortes - soll neu gestaltet werden. Da der Schönebecker Handelsplatz weit davon entfernt ist, Zentrum der Elbestadt zu sein und von den Schönebeckern kaum genutzt wird, sind jetzt genau die, für die er existiert, gefragt. Anwohner, Gewerbetreibende und jene, die den Marktplatz gern verschönern möchten, können sich mit ihren ganz eigenen kreativen Ideen einbringen. Dazu ruft die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Volksstimme auf.

Hintergrund ist, dass die L51 im kommenden Jahr vom Land an die Stadt übergeht. "Dann können wir sie umnutzen", erklärt Stadtplaner Michael Gremmes. Im Zuge dessen hat die Stadt vor, den Altstadtbereich neu zu gestalten. An oberster Stelle steht dabei der Marktplatz. Denn dafür hat die Elbestadt im vergangenen Jahr Fördermittel bewilligt bekommen.

Das Förderprogramm "Aktive Stadt und Ortsteilzentren" ist für Kommunen mit einer klammen Haushaltslage entwickelt worden. Dadurch sollen konkret überschaubare Maßnahmen gefördert werden, erklärt Andrea Stolle, Projektleiterin Stadtsanierung. "Dass wir in dieses Programm aufgenommen worden sind, ist ein großes Geschenk für die Stadt", schätzt sie ein. Demzufolge stehen für die Neugestaltung des Marktes 120000 Euro zur Verfügung. "Damit wird vorerst die Planung gefördert", erklärt Andrea Stolle. Geht es im kommenden Jahr um die Umsetzung, soll es einen weiteren kleinen Geldregen geben, hat die Projektleiterin Stadtsanierung in Aussicht.

Jetzt heißt es aber erst einmal, Ideen zu sammeln, damit aus dem Bereich Salzer Straße, Salztor, Salzblumenplatz und Elbstraße sowie Steinstraße ein Zentrum wird. "Ein Zentrum, das die Lebensqualität steigert", fügt Michael Gremmes erklärend hinzu. Gleichzeitig soll so der Handel gestärkt und das kulturelle Leben verstärkt werden.

"Es soll nicht nur die Straße hübsch sein"

Ein klares Ziel, das die Stadtplaner verfolgen, lautet dabei: Der Markt soll nicht weiterhin durch den Charakter der Durchgangsstraße gekennzeichnet sein. Deshalb wollen die Planer die Bürger in den kreativen Prozess einbeziehen. Dazu gehören laut Gremmes auch die Gewerbe, die aus Sicht der Bürger in der Altstadt noch fehlen. "Was muss hier sein, damit die Leute wieder gern ins Zentrum kommen?", stellt Gremmes die zentrale Frage, mit der sich Schönebecker auseinandersetzen sollen.

Gespannt ist er, "wie mit den vielfältigen Möglichkeiten, die sich an dieser Stelle einfach bieten, umgegangen wird". Die Innenstadt, so Gremmes weiter, soll erlebbar werden. Dabei solle eben der Fokus nicht allein auf dem Markt liegen. "Wir wollen wieder ein Zentrum schaffen", betont der Stadtplaner. Strukturell könne sich alles ändern, stellt Gremmes in Aussicht. Aus dem gestalterischen Ansatz heraus sollen die Gedankenspiele in Richtung Nutzung gehen. "Das ist eine große Chance für Schönebeck", schätzt der Stadtplaner ein.

"Es soll nicht nur die Straße hübsch sein", nennt Andrea Stolle ihre Vorstellung. Daher sei auch der Slogan, mit dem sich die Verantwortlichen um die Fördermittel beworben haben, so passend, verraten Gremmes und Stolle mit Stolz: "Innenstadt handel(t)". Vor allem liegt den beiden am Herzen, dass sich die Schöne- becker an dieser Stelle einbringen. "Wir haben die Bürgerbeteiligung gezielt vor den Architektenwettbewerb gestellt", erklärt Michael Gremmes, der hofft, dass sich die Menschen zahlreich mit ihren Ideen einbringen.

Bis zum 6. Mai können sich die Bürger einbringen. Senden Sie einfach per E-Mail an redaktion.schoenebeck@volksstimme.de oder per Post ihre Meinung an Volksstimme-Lokalredaktion, Wilhelm-Hellge-Straße 71 in 39218 Schönebeck. Die Volksstimme wird die Diskussion redaktionell begleiten. Alle Zusendungen werden dem Stadtplanungsamt zugesandt. Am Ende sollen Anregungen aus der Bevölkerung in den Kriterienkatalog für den Architektenwettbewerb einfließen, dessen Auflösung noch im Oktober dieses Jahres erfolgen wird.

"Wie stellen sich die Schönebecker ihren Markt vor?", nennt Michael Gremmes die zentrale Frage. Ob eine Kleinkunstbühne, zusätzliche Grünflächen oder schlicht mehr Sitzgelegenheiten in Form von Bänken: Jeder Vorschlag ist willkommen.