Für zehn Schüler der 9. und 10. Klassen des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums Schönebeck wurde Englisch zur meistgesprochenen Sprache der vergangenen Woche. Der Grund war der Besuch von schwedischen Austauschschülern.

Schönebeck. Zehn schwedischen Schüler, übrigens ausschließlich Mädchen, waren in der vergangenen Woche vom Sonntag, dem 10., bis Sonnabend, dem 16. April, in Schönebeck zu Gast. Sie machten den Gegenbesuch des Schüleraustausches des vergangenen Jahres, als Schönebecker Gymnasiasten Irsta, ein Vorort von Västerås, besuchten.

Bereits bei der Ankunft am Sonntag wurde klar, dass es ein ganz besonderer Besuch werden würde. Die Wiedersehensfreude war riesig, hatte man sich doch ein Jahr lang nicht gesehen. Da Schwedisch nicht auf dem Lehrplan des Gymnasiums steht, verständigte man sich die Woche über auf Englisch.

Wer meint, die Woche stand nur im Zeichen von Entspannung, Sightseeing und Shoppen, irrt gewaltig. Die Schwedinnen nahmen an diversen Unterrichtsstunden wie Englisch, Kunst und Musik teil. "Der Unterricht in Deutschland ist ganz anders als bei uns", wundert sich Kimberly Suchomel. "Die Stunden gehen hier 90 Minuten, das ist sehr anstrengend", weiß die 14-jährige Schwedin zu berichten. "Auch sind die Lehrer viel strenger", erzählt sie weiter.

Alles in allem weiß sie viel Positives über ihren ersten Deutschlandbesuch zu berichten: "Der Ausflug nach Magdeburg war toll. Dort haben wir das Hundertwasserhaus und den Dom besichtigt. Sehr schön war auch der Besuch im Kurpark." Dort konnten sie sehen, wie man durch Sieden Salz gewinnt und genossen den Ausblick vom Gradierwerk. In besonderer Erinnerung wird vielen der schwedischen Gäste auch der Trip nach Berlin bleiben. Auf dem Programm stand eine Besichtigung der Berliner Mauer und des Brandenburger Tores.

Besonders interessant ist es immer wieder, wenn Austauschschüler Deutschland und seine Sitten mit denen ihres Heimatlandes vergleichen. "Das Essen hier ist sehr fettig, aber lecker", stellt Kimberly fest. "Steak hat mir am besten geschmeckt." Mit dem Schulessen jedoch konnte sie sich überhaupt nicht anfreunden: "Es war ungenießbar", stellt sie klar. Gewundert hat sie, dass man in Deutschland jeden Tag Süßigkeiten isst. "Sowas gibt es bei uns nur am Wochenende."

Regelrecht verblüfft waren die Schweden von den Autobahnen. "The Germans are crazy", kommentiert Kimberly die Tatsache, dass es Strecken gibt, auf denen man so schnell fahren darf, wie man kann.

Schneller, als gedacht, kam auch der Abschied. Viele Tränen flossen und man versicherte sich, Kontakt zu halten. Einige der Deutschen beschlossen spontan, privat einen weiteren Gegenbesuch zu machen.

"Ich habe in Schönebeck viel über eine andere Kultur gelernt, nette Menschen getroffen und Freunde gefunden. Ich würde jederzeit wiederkommen", fasst Kimberly Suchomel stellvertretend für die schwedischen Schüler ihren Besuch positiv zusammen.