Freude bei den Einwohnern von Gottesgnaden: Eine lang herbei gesehnte Lösung zum Schutz vor einer Überschwemmung des Ortsteils wird derzeit in Höhe der Fähranlegestelle errichtet. Eine mehrere Meter breite Lücke im Deich wird geschlossen. Die Fähre wird künftig durch eine Deichüberfahrt wie bisher erreichbar sein. Durch den Bau müssen Kraftfahrer bis Mitte Mai eine kurze Umleitung in Kauf nehmen.

Schwarz/Gottesgnaden. Die Bilder vom Hochwasser im vergangenen Januar haben die meisten Einwohner von Gottesgnaden noch genau vor Augen. Zahlreiche Grundstücke und Wohnräume waren von der Saale überspült worden. Ein Teil der Saaleinsel stand komplett unter Wasser. Eine klaffende Lücke im Hochwasserschutz wird nun geschlossen.

Am Dienstag begannen die Bauarbeiten zur Errichtung einer Deichüberfahrt an der Fähre. Um die Überflutung der Ortslage zu verhindern, war bei Hochwasser in der Vergangenheit - und so auch vor wenigen Monaten - stets ein Verbau von vielen Sandsäcken notwendig. Dabei mussten viele Helfer zum Einsatz kommen, die Stunden mit dem Abdichten dieser Lücke beschäftigt waren. Das soll sich nun grundlegend ändern.

"Eine Deichüberfahrt wird in Form einer Rampe ausgebildet, die von den beteiligten Behörden und den Versorgungsträgern als kostengünstigste Lösung genehmigt wurde", erklärt Bauamtsleiter Volker Ludwig.

Ursprünglich war für diese Stelle eine Deichscharte geplant. Dabei sollte der Lückenschluss durch eine Vorrichtung zum Einsetzen eines großen Deichscharttores aus Metall erfolgen. Aufgrund komplizierter Baugrundverhältnisse mit diversen Versorgungsleitungen sei dies nicht realisierbar gewesen, sagt Ludwig.

Bedingt durch den historischen Hintergrund des ehemaligen Klosters in Gottesgnaden wird die begonnene Baumaßnahme durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie begleitet, um eventuell in der Erde zu findende Gegenstände zu sichern. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich Mitte Mai abgeschlossen sein. Eine kurze Umleitung auf dem Weg zur Fähre ist ausgeschildert. "Die Fähre verkehrt weiterhin planmäßig", so Ludwig. Die Förderung dieser Maßnahme zur Verbesserung des kommunalen Hochwasserschutzes ist Teil des Konjunkturpaketes II und wird mit Bundes- und Landesmitteln zu knapp 90 Prozent gefördert.