Calbe. Sie sollen in der Innenstadt sowohl für Calbenser als auch für Besucher der Rolandstadt ein bunter Blickfang sein. Dafür werden sie im Rahmen einer Patenschaft von Privatpersonen, Gewerbetreibenden oder Mitarbeitern der Stadtverwaltung regelmäßig bepflanzt, gegossen und gepflegt. Doch die hölzernen Blumenkübel in der Schloß-, Wilhelm-Loewe-, Bernburger Straße oder auf dem Marktplatz sind in jüngster Zeit Zielscheibe von blinder Zerstörungswut.

"Mein Kübel musste schon zum vierten Mal dran glauben"

Was zurückbleibt, sind herausgerissene, abgeknickte oder zertretene Blumen und Pflanzen - und enttäuschte sowie wütende Bürger, die Zeit und Geld in die Verschönerung der Innenstadt stecken.

"Mein Kübel vor dem Geschäft musste bereits zum vierten Mal in diesem Jahr dran glauben", sagte eine Gewerbetreibende in der Loewe-Straße mit einem Kopfschütteln, die wie andere aus Furcht um ihr Geschäft den Namen nicht veröffentlichen möchte.

"Es ist eine Unverschämtheit, sich am Eigentum anderer Bürger zu vergreifen", sagt eine weitere Gewerbetreibende in der Schloßstraße verständnislos, deren Kübel ebenfalls mehrmals ein Opfer von Vandalismus geworden ist. Vor allem am Wochenende werden die Kübel zur Zielscheibe.

Doch wer versetzt dem Einsatz für eine schönere Stadt immer wieder einen Tritt? "Natürlich gibt es einen Verdacht, den wir aber bislang nicht nachweisen können", so die Calbenserin. Man sei auf Beobachtungen der Anwohner im Innenstadtbereich angewiesen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand etwas sieht. Es wäre schön, wenn umgehend Polizei oder Ordnungsamt benachrichtigt würden", sagt die Unternehmerin, bei der selbst Fahrradständer vor dem Geschäft nicht sicher sind.

"Es sind wahre Streifzüge durch die Stadt, bei der auch Straßenschilder umgestoßen werden", sagt Amtsleiter Rainer Schulze.

"Wir haben Sachbeschädigung polizeilich zur Anzeige gebracht"

Dabei handele es sich um den Straftatsbestand der Sachbeschädigung, der bereits gegen Unbekannt zur Anzeige gebracht wurde, ein Erfolg sei allerdings fraglich.

"Wenn das nicht aufhört, werde ich mit der Pflege der Kübel aufhören", sagt die Gewerbetreibende mit Resignation in der Stimme. Ein bedenkliches Fazit für einen Einsatz für die Allgemeinheit.