Traurige Nachricht vom Heimattiergarten Bierer Berg: Eseldame Rosi - das Maskottchen der beliebten Freizeiteinrichtung - ist tot. Mehr als 30 Jahre hat das knuffige Grautier auf der Anhöhe verbracht. Nun war sie altersschwach. Vor allem den Mitarbeitern der zoologischen Einrichtung ist der Abschied schwer gefallen. Ein Nachruf auf eine alte Dame.

Schönebeck. Wehmut schwingt in der Stimme von Matthias Willberg mit. Der Leiter des Heimattiergartens Bierer Berg spricht von Rosi. Eigentlich ist er ein Mann, der stets die Fassung behält, gar den einen oder anderen flotten Spruch über die Lippen bringt. Doch wenn es um Rosi geht, das vermutlich älteste Tier der Schönebecker Zooeinrichtung, dann trübt die Traurigkeit auch die Laune von Matthias Willberg.

"Als wir hier angefangen haben, gab\'s nichts weiter", beginnt der Tierparkleiter die Niedergeschlagenheit zu erklären. "Aber Rosi war schon hier." Die Eseldame soll über 30 Jahre alt gewesen sein. "Rosi hat hier oben alles erlebt", fasst Willberg kurz zusammen. Ihm und seinen Mitarbeitern ist der Abschied schwer gefallen. Rosi war das Maskottchen vom Heimattiergarten. Liebhaben musste man sie einfach, knuffig wie sie war. Mit ihrem treudoofen Blick und ihrem wuscheligen Fell zog sie nicht nur die Aufmerksamkeit der kleinen Zoogäste auf sich. Anfassen wollte jeder die Eseldame.

Den Verlust des Maskottchens mussten sie alle erst einmal verarbeiten. Das ist auch ein Grund, warum erst jetzt bekannt geworden ist, dass einer der drei Esel des Heimattiergartens gestorben ist. "Bereits im Januar mussten wir sie einschläfern", erinnert sich Matthias Willberg. Rosi konnte das Essen nicht mehr richtig verdauen. Die Eseldame war altersschwach.

Jetzt leben auf dem Bierer Berg nur noch zwei Esel - Momo und Sarah. "Das ist die richtige Anzahl", informiert Willberg. Denn es sei bereits seit geraumer Zeit absehbar gewesen, dass Eseldame Rosi zu alt ist. Um ihr einen ruhigen Lebensabend im Heimattiergarten zu bieten, wurde vor zirka drei Jahren Eselin Sarah auf den Bierer Berg geholt. "Momo ist ein junger ungestümer Hengst", schätzt Willberg ein. Um Rosi zu "entlasten", sei Sarah gekommen. Sie wird jetzt, davon geht der Tierkenner aus, pro Jahr ein Fohlen zur Welt bringen. "Das werden wir dann immer abgeben", stellt Willberg schnell klar. Also keine Chance für die Idee, ein Eselrudel auf dem Bierer Berg zu etablieren. "Wir werden immer nur zwei Grautiere hier oben haben." Während Matthias Willberg das relativ abgeklärt sagt, müssen sich nun auch die Besucher der Schönebecker Freizeiteinrichtung daran gewöhnen, dass nicht mehr drei Esel im Gehege leben.

Doch auch auf dem Bierer Berg muss das Leben weitergehen. Von Gedenkminute oder gar irgendeiner Art Gedenkstein ist nichts zu entdecken. Begraben wurde sie nicht, sondern in eine Tierverbrennungsanlage gebracht, informiert Matthias Willberg.

Dafür wird die herzliche Eseldame immer in den Herzen der Tierpfleger und sicher auch der Stammgäste des Bierer Bergs bleiben.