Schönebeck (dw). Die Städte Schönebeck und Barby sowie die Einheitsgemeinde Bördeland arbeiten in Fragen des Grundwassers stärker zusammen als bisher. Zwar nicht in einer vom Land initiierten Arbeitsgruppe, aber über die Grenzen der eigenständigen Kommunen hinaus.

Das ist das Ergebnis einzelner Gespräche des Schöne- becker Oberbürgermeisters Hans-Jürgen Haase und des Barbyer Bürgermeisters Jens Strube mit Landrat Ulrich Gerstner. Zudem hat der Kreischef die Beschlusslage des Schönebecker Stadtrates ausgewertet und entschieden, dass der Landkreis die Gesprächsrunde zum Elbe-Saale-Winkel breiter aufstellen und Vertreter aus den genannten Kommunen dazu einladen will. Eine nächste Zusammenkunft unter den neuen Prämissen sei für Ende Mai vorgesehen, heißt es aus der Pressestelle des Landrates.

Bisher gab es vor allem um die Zusammenarbeit von Schönebeck und Barby viel Streit. Das Umweltministerium Sachsen-Anhalts machte unterschiedliche Aussagen zum Schönebecker Pilotprojekt. Der Schönebecker OB berief sich auf das Alleinstellungsmerkmal für die Stadt "Vernässung im bebauten Gebiet", in Barby betonte man dagegen die regionalen Zusammenhänge beim Wasserproblem.

Dass es jetzt zusammen geht, hat folgenden Hintergrund: Der Salzlandkreis arbeitet derzeit in vier Arbeitsgruppen des Landes, aufgestellt vom Umweltministerium in Magdeburg, entsprechend der Flussbereiche Halberstadt, Schönebeck, Merseburg und Sangerhausen. In Auswertung einer zweiten Gesprächsrunde im Flussbereich Schönebeck ist der Landkreis gebeten worden, für spezifische Probleme gesonderte Gesprächskreise einzurichten. Diese betreffen die Bereiche Elbe-Saale-Winkel, Calbe und Taube-Landgraben.

In der Elbestadt Schönebeck setzen derzeit die Arbeitsgruppen ihre Beratungen fort und verweisen auf erste Ergebnisse. Für die Arbeitsgruppe 2 erklärte Frido Reinstorf, dass die Erfassung von Datenmaterial auf gutem Wege sei, Pegelmessungen allerdings kontinuierlich fortgesetzt werden würden. Die Ergebnisse der Stichtagsmessungen (Grundwasser) in der Schönebecker Region befinden sich noch in der Auswertung.

Es gibt aber auch konkrete Ansätze: Um das Wasser besonders von Felgeleben und Sachsenland fernzuhalten, will das Umweltministerium in Magdeburg bis Ende des Jahres ein Konzept zur Verbesserung der Vorflutverhältnisse in den um Schönebeck von Grundwasser betroffenen Gebieten erarbeiten. Eine Projektsteuerung sei förderfähig, hieß es dazu aus der Behörde. Dementiert wurde allerdings, dass im Land bereits ein Fördertopf in Millionenhöhe zur Grund- wasserabsenkung in Schöne- beck bereitstehe.

Die Arbeitsgruppen in der Elbestadt informieren sich auf ihren jüngsten Sitzungen auch gegenseitig und üben Erfahrungsaustausch.

Die Bürger sollen verstärkt einbezogen werden. Ende Mai/Anfang Juni, so die Pressemitteilung der Stadt, wollen die drei Arbeitsgruppen aus Schönebeck in einer öffentlichen Bürgerversammlung über ihre Arbeit berichten. Ein genauer Termin werde noch bekannt gegeben, heißt es.