Wie soll der Marktplatz aussehen und was soll er bieten, damit Schönebecker und ihre Gäste wieder gern ins Stadtzentrum gehen? Jetzt haben die Bürger die Chance, ihre Wünsche zu äußern. Der Marktplatz soll 2012 neu gestaltet werden. Die Stadtverwaltung und die Volksstimme rufen Sie, liebe Leser, auf: Schicken Sie uns Ihre Ideen, was der Markt und der Stadtkern bieten müssen, damit sich hier wieder das gesellschaftliche Leben tummelt.

VonKathleen Radunsky

Schönebeck. "Wenn ich über die Gestaltung des Schönebecker Marktplatzes nachdenke, dann sehe ich immer die Innenstadt der westfälischen Stadt Ibbenbüren vor mir", schreibt Dieter Schulze. Dort befinden sich dem Schönebecker nach in dem leicht abfallenden Gelände drei Marktplätze - Neumarkt, Oberer Markt und Unterer Markt. "Die Plätze sind mit zahlreichen Sitzgelegenheiten, mit Springbrunnen, Bäumen und Blumenkübeln ausgestattet. Anlieger- und Lieferverkehr ist möglich. Abgesehen von den vielen Einzelhandelsgeschäften, die wir in Schönebeck nie haben werden, könnte ich mir den Bereich Nikolaistraße-Markt-Breiteweg in ähnlicher Weise vorstellen."

Etwas konkreter sind die Ideen von Karl-Ludwig Kelling und seiner Familie. "Für die Belebung wäre es unbedingt erforderlich, mehrere kleine, ansprechende Geschäfte anzusiedeln", schreibt der Schönebecker und nennt beispielshaft einen Bücherladen, ein Schreibwarengeschäft, ein Schuhgeschäft mit modisch-schickem Angebot, ein Blumengeschäft, einen Bioladen mit Produkten aus dem Bördegebiet, einen Teeladen, und evtl. noch ein Konfektionsgeschäft. "Vor allen Dingen sollte kein Geschäft weiterhin leer stehen", betont Kelling, der sich ebenso vorstellen kann, dass die Gaststätte (ehemals Sasse) wieder eröffnet wird. "Vielleicht als Eiscafé oder Konditoreicafé aber unbedingt mit Außenbewirtschaftung, damit der Markt belebt wird." Des Weiteren sollte das Sortiment des Einkaufsmarktes in der Steinstraße erweitert werden.

"Und was gar nicht fehlen dürfte", so der Volksstimme-Leser, "wären Blumen entweder als Rabatten, als Kübelpflanzen oder als Häuserschmuck verbunden mit entsprechenden Pflegeverträgen." Zudem sollten alle Häuserfassaden einen farbig aufeinander abgestimmten Anstrich erhalten. "Die Straße zur Salzblume müsste einladender als Flaniermeile gestaltet werden, ebenso die Steinstraße." Auch sollen kostenlose, nahe gelegene Parkplätze und für die Radfahrer gesicherte Abstellmöglichkeiten nicht vergessen werden. "Am Elberadweg sollten Hinweisschilder auf die dann attraktive Altstadt Schönebecks aufgestellt werden", schließt Karl-Ludwig Kelling seine Ideensammlung ab.

Besonders positiv fasst Pfarrer Johannes Beyer die Einbeziehung der Bürger bei der Neugestaltung des Marktplatzes auf: "Ich begrüße so ziemlich alle Ideen, die zu einer Belebung der Innenstadt Schönebecks beitragen." Grundsätzlich, so Johannes Beyer, sollte man in der Stadt daran arbeiten, dass man nicht den Eindruck bekommt, ab 18 Uhr seien alle Bürgersteige hochgeklappt. "Ein Radtourist auf dem Elberadweg sollte schon von der Grünewalder Seite her Lust kriegen, über die Brücke zu fahren, weil es da lohnend aussieht", schätzt der Schönebecker ein. Beyer unterteilt sine Ideen in zwei Kategorien. So geht es einmal darum, die Touristen für Schönebeck zu interessieren. "Altes, gepflegtes Kopfsteinpflaster wie in der Salzer Straße sowie Gebäude wie eine offene Kirche, Rathaus oder Hinterhöfe mit schön gestalteten Anlagen sind ansprechend."

Geschäft mit tausend Dingen ist gefragt

Flanierende oder an Marktständen stehende oder im Café verweilende Menschen sind laut Beyer genauso einladend wie ein kleiner Supermarkt, in dem Touristen, vor allem Radtouristen, ihre kleinen Einkäufe tätigen. Was ebenfalls nicht fehlen darf: touristische Hinweisschilder. "Lieber eins zu viel." Zweite wichtige Zielgruppe, die vom Markt und dem Drumherum angesprochen werden sollen, sind in Beyers Auflistung die Einheimischen. Für sie wünscht er sich Flanier- und Einkaufsmöglichkeiten, Ruhezonen sowie die Möglichkeit, kleine Einkäufe mit Ämterbesuchen zu koppeln. Als Anziehungspunkt könnte ein fließendes Gewässer beziehungsweise Wasserkunst vom Marktbrunnen in Richtung Elbe dienen. Des Weiteren kann sich der Pfarrer einen Sportbootanleger am Elbtor, einen alten Fährkahn am Salzblumenplatz sowie einen Sportbootverleih/Jetski vorstellen. Den Rübenverladeplatz könnte man als Festplatz für Zirkus oder Jahrmarkt nutzen.

Eine Vielzahl von Ideen hat auch Inge Kleine aus Schönebeck. "Am Markt Nummer 2 müsste wieder eine Eisdiele mit einem Imbiss sein", schreibt sie der Volksstimme. Auch ein Fischpavillon mit Frisch- und Räucherfisch würde sich gut machen. "Der Fischladen fehlt dringend", sagt die Schönebeckerin mit Nachdruck. "In der Rathauspassage brauchen wir Läden für Damen und Herren, Ober- und Unterbekleidung, Lederwaren." Alternativ könne auch ein Geschäft wie früher "Tausend kleine Dinge" gut in die Innenstadt passen.