Eine dringend benötigte Spende im Wert von mehr als 1000 Euro hat jetzt der Förderverein der Lerchenfeld-Sekundarschule an die Regionalstelle der Alzheimergesellschaft in Frohse übergeben. Aus der Schenkung könnte sich eine Kooperation zwischen beiden Einrichtungen entwickeln.

Frohse. Munter geht es zu in der Küche der Alzheimergesellschaft in Frohse. Im Ofen backt der Rhabarberkuchen, auf dem Herd kocht das dazu passende Kompott. Den Kochlöffel schwingt die ehrenamtliche Mitarbeiterin Gabriele Pflanz. Mit in die Töpfe schauen Constanze Jobs, Thomas Bombach und Rüdiger Gröber sowie die Mädchen Hannah Meyer und Sarah Richter. Anlass der illustren Küchenrunde sind zwar nicht die saisonalen Köstlichkeiten, dafür ist es das Gerät, um das sich alle mit Regionalstellenleiterin Bärbel Jäger versammelt haben. Der Förderverein der Lerchenfeld-Sekundarschule hat durch seine Aktion "Wir schaffen ein Lächeln" einen neuen Herd sowie eine Kühlgefrierkombination für die Anlaufstelle Demenzkranker und deren Angehöriger angeschafft.

"Mich fasziniert hier besonders, dass Menschen für andere da sind. Das ist eine anstrengende Betreuungsarbeit", berichtet Schulleiter Rüdiger Gröber. "Wir sind stolz auf diese Unterstützung. Es erleichtert unsere Arbeit, denn wir kochen und backen gern", bedankt sich Bärbel Jäger ausdrücklich für die Spende im Wert von mehr als 1000 Euro. Bei der Alzheimergesellschaft in Frohse gehört die Küche genauso zum Lebensbereich der Klienten wie der Gemeinschaftsraum. "Wir machen hier all das, was die Frauen und Männer auch zuhause gemacht haben", erklärt Bärbel Jäger.

"Ich höre das erste Mal von dieser Krankheit", erklärt kurz darauf die 14-jährige Sarah Richter vom Schülerrat. "Das ist eine harte Krankheit. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie es ist, die eigenen Kinder zu vergessen", fügt die elfjährige Hannah Meyer hinzu. Bärbel Jäger kann nur zustimmend nicken. Die Leiterin der Alzheimergesellschaftsstelle in Frohse arbeitet seit Jahren mit demenzkranken Menschen in der Elbestadt. "Man darf nie vergessen, dass diese Menschen eine Lebensleistung haben, sie sind alle einmal gestandene Menschen gewesen", versucht sie die Mädchen zu sensibilisieren. Ihr liegt vor allem am Herzen, "dass man über diese Krankheit nicht lacht". Letztlich sei es ein Leiden, das jeden bereits an dem 30. Lebensjahr treffen kann, berichtet Bärbel Jäger. Dass heute noch immer eine hohe Dunkelziffer davon betroffen ist, stimmt die Regionalstellenleiterin sichtlich traurig.

Umso wichtiger sei es, Öffentlichkeit für das noch immer tabuisierte Thema zu schaffen. Mit diesem Anliegen trifft sie auf offene Ohren bei Thomas Bombach und Rüdiger Gröber von der Lerchenfeld-Sekundarschule. "Ich kann mir gut vorstellen, mit der Alzheimergesellschaft mehr zu kooperieren", stellt Schulleiter Gröber in Aussicht. Ähnlich wie mit dem Burghof Diakonieverein, so Gröber, zu dem regelmäßig AG-Schüler gehen und sich um ältere Bewohner kümmern. "Genauso könnten wir auch die Regionalstelle in Frohse öfter besuchen", lässt der Schulleiter seine Phantasie ein wenig spielen. Durch solche Initiativen könnte noch mehr die Sozialkompetenz der Schüler gefördert werden, fügt Lehrer und Fördervereinsvorsitzender Thomas Bombach hinzu.