Schwertkampf, Salzsiedekunst und ein gemütlicher Badezuber: Auf dem Schönebecker Marktplatz ging es am Sonnabend zu wie im Mittelalter. Der Förderverein des Kreismuseums hatte zum 16. Pfännerfest eingeladen. Hunderte Besucher sahen sich das Spektakel aus der Nähe an.

Schönebeck. "Wunderbar! Und so schön warm!" Mit nichts als einem weißen Stoff-Röckchen bekleidet sitzt Dirk Finster in einem Eichenholzfass, als wäre es die heimische Badewanne. Dass dieses etwas größere Modell mitten auf dem Marktplatz steht, stört ihn nicht im Geringsten. "So war das eben im Mittelalter", erzählt er lachend. Als ihm ein Mann mit Fellweste einen Krug voll Badewasser über die Schultern kippt, wird der Planschende übermütig: "Also die Versorgung stimmt noch nicht - wo bleibt denn mein Helles?", moniert er grinsend in Richtung des "Bediensteten". Schließlich sei der früher auch für die Getränke zuständig gewesen.

Der Badezuber war am Sonnabend nur eine von vielen Stationen, an denen Besucher des Pfännerfestes ins Mittelalter eintauchen konnten. Die Kleinen scharrten sich besonders um den Filzstand. Dort konnte man nämlich noch auf den letzten Drücker etwas Schickes für den Muttertag basteln. "Die Kinder filzen aus farbiger Wolle Blüten mit Hilfe von Wasser und Seife", erklärte Kerstin Wallmann. Sie gehört zu den rund 30 Freiwilligen, die das Fest auf die Beine gestellt haben. Dabei handelt es sich um Mitglieder des Fördervereins und deren Freunde.

Wer sehen wollte, wie man früher Salz gewann, dem gab Jean Lefevre eine Vorführung im Sieden. Dabei war er um seinen Platz direkt am Grill wahrlich nicht zu beneiden - vor allem in der Mittagssonne. "Klar ist das ganz schön warm", räumte er ein. "Aber es macht Spaß."

Sogar gemordet wurde am Sonnabend auf dem Marktplatz - na gut, zu Schaden kam dabei keiner. Die Schwertkampfgruppe des Fördervereins der Wasserburg Egeln präsentierte einen ritterlichen Schaukampf. Den hatte sie extra für das Pfännerfest einstudiert. Sogar einen "Leichenkarren" hatte die lustige Truppe mitgebracht. Am Abend hatten die Veranstalter dann noch etwas Besonderes für die Besucher organisiert: eine Feuershow.

Mit der Resonanz des Pfännerfestes zeigte sich der Förderverein des Kreismuseums zufrieden. Da war auch all die Zeit, die man monatelang in die Vorbereitung gesteckt hatte, schnell vergessen. Olaf Busch, stellvertretender Vorsitzender, brachte es auf den Punkt: "Wenn wir sehen, wie viele Leute kommen, ist das für uns wie Applaus für einen Künstler." Mehr Fotos gibt es im Internet:

www.volksstimme.de/ sachsenanhalt

 

Bilder