Bernd Fronecke aus Elbenau hat einen Schlauchbootverleih eröffnet, ab sofort kann man Tagesausflüge auf die Elbe unternehmen und die Natur genießen. Das neue Freizeitangebot soll durch Klein und Groß sowie Einheimische und Touristen genutzt werden. Die Volksstimme war bei einer der Jungfernfahrten mit dabei.

Schönebeck. Hell und klar scheint die Sonne auf die Elbe. Es ist ein wunderbarer Tag und mit 25 Grad eigentlich zu warm für Mitte Mai. Doch die Umstände sind wie geschaffen für den Start eines neuen Projektes in Schönebeck. "Herzlich Willkommen", begrüßt ein freundlich lächelnder Mann eine Gruppe von Menschen, die auf die ruhig vor sich hin fließende Elbe schaut und am Bootshaus Delphin wartet - ohne Hektik und Zeitdruck. Bernd Fronecke hat sie zur Eröffnung seines neuen Geschäftszweiges eingeladen: Ab sofort vermietet er Boote für Schlauchboottouren auf der Elbe. Und um dieses spaßige Erlebnis nicht nur theoretisch vorzustellen, lädt er die Anwesenden auf eine erste Schlauboottour ein. Der ein oder andere hat vorsichtshalber mal Wechselsachen eingepackt.

Bevor das fröhliche Paddeln auf der Elbe beginnen kann, müssen die Boote erst einmal zum Fluss getragen werden. Eingestellt auf anstrengende Arbeit packen alle mit an - anders als erwartet ist das Tragen der Boote ein Kinderspiel: Sie sind ganz leicht. "Bevor wir starten, müssen wir klären, wer in welchem Boot die wichtigste Position übernimmt: Wer wird Bootsführer?", fragt Fronecke fröhlich in die Runde. "Der Bootsführer sitzt hinten und koordiniert die Paddelbewegungen im Boot. Zudem gibt er mit seinem langen Paddel die Richtung vor und lenkt es", erklärt der Elbenauer. Nachdem diese Frage geklärt ist, gibt es noch eine kurze Sicherheitseinführung, bei der die knall-orangefarbenen Rettungswesten angelegt werden. Jetzt kann\'s losgehen!

Vorsichtig steigen die Teilnehmer in die beiden Boote und suchen sich einen Platz darin. Wo man wohl am wenigsten mitpaddeln muss und die anderen für sich arbeiten lassen kann? Jeder greift sich ein Paddel und dann geht die Reise los auf die Elbe. Zaghaft und unsicher erfolgen die ersten Fortbewegungsversuche, das Wasser wird von den Paddeln aufgeschäumt. Das Schlauchboot wird aus der Bucht heraus bewegt und von der sanften und gleichmäßigen Strömung des Flusses ergriffen. Etwa zehn Meter nach dem Start taucht plötzlich eine grüne Boje auf. "Nur rechts paddeln", ruft der Bootsführer von hinten, aber zu spät: Das Boot prallt gegen die Boje, die es leicht zur Seite drückt und schon geht\'s weiter. Nichts passiert, außer das alle ein wenig durchgeschüttelt wurden und herzhaft gelacht haben.

In einer Seelenruhe treiben die Schlauchboote flussabwärts, alle genießen den Sonnenschein, den blauen Himmel und die Idylle der Natur. Hier und da stehen ein paar Angler, die die Natur ebenso genießen. Ab und zu muss ein wenig gepaddelt werden, um voran zu kommen. Aber anstrengend ist das nicht. Im Gegenteil: Es ist entspannend und man kann sich mit den Anderen unterhalten. Die Anderen sind Schönebecker Unternehmer, die mit Bernd Fronecke zusammenarbeiten wollen. "Wir möchten uns mit unseren Angeboten ergänzen, damit alle davon profitieren können", erklärt dieser. "Viele Schönebecker leben an diesem Fluss, ohne zu wissen, welche Möglichkeiten man hier hat. Dabei hat sich hier in den letzten Jahren viel getan", fährt er fort. Dieses Angebot soll deswegen nicht nur touristisch vermarktet, sondern auch von Familien, Senioren, Schulklassen und auch Menschen mit Behinderung aus der Region genutzt werden.

Während der Elbenauer sein Projekt vorstellt, vergeht die Zeit wie im Fluge. Kaum gestartet, ist das Ziel, das Café Elbblick erreicht. Die Boote werden an Land gezogen und die Teilnehmer der Schlauchboottour haben wieder festen Boden unter ihren Füßen - ohne nass zu werden. Die Wechselsachen waren überflüssig, wenngleich bei einem solchen Ausflug im Sommer auch im Fluss gebadet werden kann.

Die Zusammenarbeit der Schönebecker Firmen hat bei der Schlauchboottour schon ganz gut geklappt. Bernd Fronecke hofft darauf, dass das anhält und damit Schönebeck auch langfristig dieses neue Freizeitangebot erhält. Denn das dient der gesamten Region und den Unternehmen gleichermaßen. "Wir brauchen diese Vernetzung: Schließlich sitzen wir alle in einem Boot."