Schönebeck/München. Roter Teppich, Samtsitze, Blitzlichtgewitter - die Klasse 10b der Maxim-Gorki-Schule konnte sich vorige Woche fühlen wie berühmte Sänger oder Schauspieler. Der Grund: Die Schönebecker waren nach München zur Preisverleihung des "History Awards" eingeladen, einem bundesweiten Geschichtswettbewerb des Fernsehsenders History. Dort erfuhren sie, dass sie mit ihrem Film zum Thema DDR von 33 Teilnehmern auf Platz sechs gelandet sind. Die Urkunde überreichte die Schwester des US-Prä- sidenten, Auma Obama.

Zurück auf der Schulbank, gerät Nancy Szyrba ein bisschen ins Schwärmen: "So jemand Berühmtes zu treffen, war schon cool", erzählt sie. Bei Marie Block, sie sitzt zwei Reihen vor ihr, hat auch das ganze Drumherum einen bleibenden Eindruck hinterlassen: "Da weiß man mal, wie sich Promis fühlen." Beide hatten sich für die Preisverleihung richtig in Schale geschmissen, genau wie ihre Mitschüler: Bluse oder Kleid für die Mädels, Hemd für die Jungs. Grinsend erzählt Nancy: "Zwei Frauen in den vorderen Reihen haben sogar in unsere Richtung geguckt und gesagt: ¿Die sehen aber alle schick aus.\'"

Als die Gorki-Schüler im Veranstaltungssaal, einem noblen Kino, Platz nahmen, wussten sie noch nicht einmal, dass sie es unter die besten Zehn geschafft haben. Die wurden während der Preisverleihung nacheinander aufgerufen, endend mit dem Sieger-Team. "Als wir bei Platz sechs unseren Namen gehört haben, waren wir erst ein bisschen enttäuscht", gibt Marie zu. "Wir hatten gedacht, wie schaffen es auf den dritten." Als die Schönebecker dann aber auf der Bühne standen, der Laudatio des Moderators lauschten und anschließend selbst ein paar Worte ins Publikum richten durften, war das ganz schnell vergessen.

Und auch einige Tage später sind sich die Schüler einig: "Der sechste Platz ist schon was wert." Nicht umsonst wird die Urkunde demnächst im Schulhaus aufgehängt.