Ein Hindernis für den fließenden Verkehr und Ärgernis für die Bürger ist eine Wohnhausruine am Barbyer Marktplatz. Weil der öffentliche Raum gefährdet ist, wurde Anfang Mai die Einfahrt zur Breiten Straße voll gesperrt. Jetzt zeichnet sich wider Erwarten schnell eine Lösung ab.

Barby. Das ehemalige Textilgeschäft Helling an der Ecke Breite/Postgasse wird in den nächsten Tagen abgerissen. Das bestätigte Christoph Voigt, stellvertretender Amtsleiter des Bauordnungsamtes Bernburg. Nach seinen Worten sollen die Arbeiten voraussichtlich kommende Woche abgeschlossen sein.

Das Amt hatte den Eigentümer ermittelt, der nicht in Barby lebt. Er sei bereit gewesen, den Abriss letztendlich zu bezahlen. Denn oft würden Hausbesitzer auch nicht reagieren, was das Verfahren sehr in die Länge ziehe.

Das Bauordnungsamt wird in einer so genannten Ersatzvornahme in finanzielle Vorleistung gehen. "Das geschieht deswegen, weil der Hausabriss relativ schnell vollzogen werden muss, da Gefahr im Verzug ist", erklärte Voigt. Soll heißen: Der Kreis verauslagt die Abrisskosten, die dem Besitzer danach in Rechnung gestellt werden.

"Nicht selten leben die Eigentümer im Ausland"

"Wir sind froh, dass das mit dem Haus in der Breite so gut geklappt hat. Nicht selten leben die Eigentümer im Ausland. Da ist kaum ein Rankommen", weiß Christoph Voigt aus Erfahrung.

Die Arbeit wird von einer Fachfirma ausgeführt, die Bauschutt von Holz und Metall trennt und nach gesetzlichen Vorgaben entsorgt.

Das "Helling-Haus" - der Volksmund nennt es nach seinem langjährigen Betreiber so - steht schon seit Anfang der 90er Jahre ungenutzt da und verfällt seitdem immer mehr.

Als Anfang Mai urplötzlich die Straße voll gesperrt wurde, weil ein Gutachter dem Gebäude Einsturzgefahr attestierte, löste das bei den Barbyer Kopfschütteln aus. Die Breite ist eine wichtige Durchgangsstraße in Richtung Fähre.

Weil die Umleitungsstrecke über den Ziegeleiweg von Ortskundigen nicht selten gemieden wird, rollt der Verkehr auch durch die schmale Postgasse.

Nach der Sperrung gab es sogar Befürchtungen, dass noch im August zum Stadtjubiläum die Straße dicht wäre. Was fatale Folgen für den Festablauf gehabt hätte. Diese Sorgen sind begründet, ist doch ein Nachbarhaus in der Breite seit einem Jahr eingezäunt. Hier hatte die Stadt den Abriss beantragt, dem die Denkmalpflege allerdings nicht zustimmt.