Nach jahrelangem Ringen um die Finanzierung werden 50 Plattenbauwohnungen in Barbys Pömmelter Straße saniert, 29 Wohnungen im benachbarten Schenkenweg werden bis Mitte des Jahres abgerissen. Die Investitionssumme beträgt 1,6 Millionen Euro. Nach Fertigstellung werden die Mieter auch wieder ihre Balkone nutzen können, was ihnen jahrelang verwehrt war.

Barby. "Das aktuelle Vorhaben ist ein Zeichen für die Umsetzung der bisherigen konzeptionellen Arbeit", sagt Wolfgang Stark, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Barby und der Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst.

Der 58-Jährige hat sich zum Ziel gesetzt, die elbestädtische Gesellschaft auf "wirtschaftlich solide Füße" zu stellen.

Stark sehe es als seine Aufgabe an, "der WBG Barby mittelfristig eine Positivprognose zu geben", wobei der Abriss des Plattenbaus Grundvoraussetzung sei.

Um Betriebsverluste zu vermeiden, will Wolfgang Stark "der demografischen Entwicklung durch Abrisse in Größenordnungen Rechnung tragen". Denn Leerstand kostet Geld.

Die Stadt als WBG-Gesellschafter hatte beim Bauministerium einen Antrag auf Förderung gestellt und bewilligt bekommen. "Wir sind mit 280000 Euro zusätzlich in die Lage versetzt, unsere Planung auch wirklich umzusetzen und Betriebsverluste zu reduzieren, die durch Leerstände entstehen", ist sich Wolfgang Stark sicher.

100 Wohneinheiten vom Markt nehmen

Insgesamt stehen damit 360000 Euro Landesfördermittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost" bereit, der Abriss-Auftakt im Schenkenweg verschlingt etwa 120000 Euro. "Insgesamt können wir in Barby 6000 Quadratmeter Wohnfläche, das heißt rund 100 Wohneinheiten, vom Markt nehmen", rechnet der WBG-Chef vor.

Auch das Haus Pömmelter Straße 10a und perspektivisch einige andere stehen auf der Rückbauliste. Derzeit betrage der Leerstand 27 Prozent.

Der "Fahrplan" steht. Die Plattenbaureihe in der Pömmelter Straße wird grundhaft saniert.

Riesige Sperrmüllberge kündeten in den vergangenen Wochen davon. Die Mieter sind in Bewegung, ziehen in Ausweichquartiere.

Das Vorhaben schließt unter anderem neue Fenster, Türen, die Modernisierung von Elektro-, Heizungs und Sanitäranlagen sowie die Dämmung der Hausfassade ein.

Pömmelter Block ist im Herbst fertig

Bis zur Fertigstellung der Hauseingänge Pömmelter Straße 4 bis 4d müssen die Mieter in "Ausweichquartiere". Dazu gehört auch der Nachbarblock Am Schenkenweg 2 bis 2d, der dann später abgerissen wird. Wie Bürgermeister Jens Strube einschätzt, handelt es sich um rund 50 Familien.

Im Herbst soll der "Pömmelter-Block" dann fertig sein. "Wir hoffen, dass Wohnungen der Pömmelter Straße 4 bis 4d dann zu 100 Prozent belegt sind", sagt der Bürgermeister.

Die Plattenbauten in der Pömmelter Straße/Schenkenweg wurden Ende der 1980er Jahre errichtet. Sie kamen durch ihre maroden Balkone in die Schlagzeilen, die die Wohnungsgesellschaft wegen baulicher Mängel sperren ließ. Die Mieter warteten seit Herbst 2007 auf deren Sanierung und durften sie seitdem nicht mehr betreten.

Im Zuge der Sanierung werden nun Vorsatz-Balkone angebaut, die den ursprünglichen Standard wieder herstellen.

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