Barrierefreies Bauen ist für Wohnungsanbieter aktueller denn je. Mit dieser Thematik setzt sich auch die Gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaft auseinander. Der Umbau der mitunter 90 Jahre alten Gebäude ist jedoch aufwendig und preisintensiv. Seit 1990 hat die GWG rund 20 Millionen Euro in ihren Wohnungsbestand investiert. Aktuell wird die Dr.-Martin-Luther-Straße umfassend saniert.

Schönebeck. Erhalten und sanieren, statt abreißen: Das ist die Linie, die die Gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG) in Schönebeck verfolgt. In diesen Tagen begeht der Wohnungsanbieter sein 90-jähriges Bestehen. Demzufolge können auch die GWG-Gebäude auf eine lange Geschichte blicken. Das hat den Vorteil, "dass wir keine Plattenbauten im Angebot haben, dafür individuelle Altbauten", sagt Vorstandsvorsitzender Uwe Riechert.

"Wir wollen nicht abreißen", sagt Riechert mit Blick auf andere Wohnungsanbieter in der Elbestadt. Gleichzeitig, so der Vorstandsvorsitzende, habe man aber auch nicht vor, neue Baugrundstücke zu erwerben. "Wir haben zu tun mit dem Erhalt unserer Gebäude", schätzt er ein. Seit 1990 hat die GWG rund 20 Millionen Euro in die Modernisierung und Instandsetzung des Wohnungsbestandes investiert. In diesem Jahr soll die Dr.-Martin-Luther-Straße fertiggestellt werden. "Hier sanieren wir den Hausflur und gestalten die Fassade neu mit Wärmedämmung", informiert Riechert im Volksstimme-Gespräch.

Vor dem Thema "Altersgerechtes Wohnen" kann man seine Augen offensichtlich nicht verschließen. "Die Nachfrage steigt", sagt Uwe Riechert. "Wir haben barrierefreie Wohnungen im Angebot, aber nicht in der Masse wie der Bedarf sich zeigt", erklärt er. Deshalb ist die Zielstellung ganz klar: "Wenn wir sanieren, dann wird es barrierefrei."

Ein gutes Beispiel sei die Dr.-Martin-Luther-Straße. "Die Nummern 20 und 22 haben wir 2010 entkernt und saniert", berichtet Riechert. Mit Eingangnummer 24 soll sich das Prinzip fortführen, gibt er einen Ausblick. "Wir werden hier den gesamten Eingang umgestalten." Dabei wird unter anderem auf Stufen verzichtet und die Dusche ist frei zugänglich, gibt der Vorstandsvorsitzende zwei Beispiele.

Ausbaufähig seien auch die Kooperationen mit Pflegeanbietern, stellt Riechert in Aussicht. So hält die GWG bereits seit 1997 Wohnbereiche für ältere behinderte Mensch vor. Über einen Pflegevertrag mit den Kooperationspartnern wird die Betreuung rund um die Uhr gewährleistet.

Die GWG hat in Schönebeck 964 Wohnungen und 14 Gewerbeeinheiten. Knapp 91 Prozent sind vermietet, sagt Riechert. Überwiegend stehen die 55 Wohnblöcke im Zentrum. "Unsere Stadtlage ist einzigartig", hebt Riechert einen Vorteil hervor. So würden GWG-Mieter vor allem im Stadtzentrum und in Bad Salzelmen wohnen. Und als den "Charme" der Genossenschaft nennt der Vorsitzende die Gärten, die zu fast jeder Wohnung dazu gemietet werden können. "Unser einziges Handicap ist, dass wir kaum Balkone anbieten können", fügt Manuela Preuße vom Vorstand hinzu. Um auch diese Nachfrage befriedigen zu können, "haben wir vor, da, wo es sich anbietet, nachzurüsten", erklärt sie. Schließlich wolle man mit den machbaren Mitteln der Fluktuation bei den Mietern entgegenwirken.

Ein Grund auch, warum die GWG alle fünf Jahre ihr großes Mieterfest veranstaltet. "Da wir es nicht jährlich organisieren, hat es doch einen Höhepunktcharakter", begründet Riechert den fünfjährigen Rhythmus. "Das ist immer zu unseren Jubiläen", erklärt er. Diese würden zudem auch Gelegenheit bieten, ungezwungen mit den Mietern ins Gespräch zu kommen.

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