Das Mobilteam der Nasa (Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt) und der Deutschen Bahn war gestern in Schönebeck. Mareen Nitsche, Tina Mzyk und Saskia Kirchhoff informierten Interessierte über den Ticketkauf am Fahrkartenautomaten. Die Automatentour, die in vielen Städten Sachsen-Anhalts läuft, soll den Reisenden die Scheu vor der Technik nehmen.

Schönebeck. "So einfach ist das?", fragt eine Schönebecker Seniorin fast ein bisschen ungläubig, als der Automat am Bahnhof der Elbestadt blinkt und der Schlitz Fahrkarte samt Reiseverbindung "ausspuckt". "So einfach ist das!", sagt Saskia Kirchhoff vom Mobilteam. Sie und ihre Kolleginnen Mareen Nitsche und Tina Mzyk sind im Auftrag der Nasa und der Deutschen Bahn unterwegs, stehen mit Infoständen an den Bahnhöfen und den Interessierten für Fragen zur Verfügung. Im Mittelpunkt stehen jetzt vor allem die neuen Fahrkartenautomaten an Bahnhöfen und teilweise auch in Zügen und ihre Bedienung. Hier können die zugreisenden Kunden ihre Tickets ziehen und sich Informationen holen - ohne dafür in langen Warteschlangen im Servicepunkt anstehen zu müssen.

Doch die Technik kann auch zur Herausforderung werden. Wolfgang Ball, Pressesprecher der Nasa, bestätigt, dass es aus vielen Bereichen Anfragen zur Bedienung gegeben habe. "Vor allem ältere Bürger scheuen sich, den Fahrschein nicht am Schalter sondern an den Geräten zu kaufen", sagt er auf Volksstimme-Nachfrage. Rund um Magdeburg kommt im Regionalverkehr hinzu, dass der neue Marego-Tarif (Magdeburg und Region) gilt. Ein Verkehrsverbund mit vielen Vorteilen, nicht nur bei der aufeinander folgenden Nutzung von Bussen und Bahnen, aber eben auch mit eigenen Konditionen. Deshalb habe die Nasa gemeinsam mit der Bahn die Kampagne gestartet.

Aus der Praxis heraus - die Kampagne begann am 3. Mai in Halle und endet nach neun Stationen Ende des Monats in Halberstadt - weiß Saskia Kirchhoff um die verschiedenen Probleme. "Die Leute fragen nach der Bedienung, danach, wie man die Spartarife findet." Und ja, es seien meist ältere, die sich sonst noch nicht mit den Automaten beschäftigt und stattdessen die Reisezentren in Anspruch genommen hätten. Viele kämen gezielt zur Automatentour, wenn sie über Ankündigungen in den Medien davon erfahren hätten. "Außerdem kommen viele Fragen zum Verkehrsverbund Marego." Für den gebe es eine eigene Taste rechts unten am Automaten, über Zielorteingaben komme man so schnell an sein Ticket, ohne sich durch schwierige Menüs manövrieren zu müssen oder im Fernverkehr zu landen.

Die Mitarbeiter des Mobil-Teams verweisen darauf, dass die neuen Automaten flächendeckend im Land eingeführt werden. Das Prinzip "learning by doing" bewähre sich bei der Kampagne. Die Interessierten würden nach einer kleinen Einführung selbst die Technik ausprobieren können, oft stelle sich der "Aha-Effekt" alsbald ein. Dazu können Saskia Kirchhoff und Co. die Vorteile der neuen Geräte nennen. Sie bieten gleichzeitig Fahrkarten für den Fern- und Nahverkehr. Die Zahlung sei über EC-Karte, Münzen und Scheine möglich. Die Automaten würden aufgrund moderner Technik schneller reagieren als ihre Vorgänger. "Das Paket ist gut", resümiert das Team.

Doch was ist mit dem persönlichen Kontakt? An Bahnhöfen ist nicht immer jemand ansprechbar - der nächste Servicepunkt ist am Magdeburger Hauptbahnhof? Saskia Kirchhoff sagt, dass das Mobilteam viel in Zügen unterwegs sei, konkret informiere und individuelle Fragen beantworte. Wie am Bahnhof: "Wir wollen den Leuten, die diesen persönlichen Kontakt wünschen, die Option Automat eröffnen, erklären, um die Barriere, die das Gerät für einige darstellt, zu überwinden." Nasa-Sprecher Wolfgang Ball ergänzt auf Nachfrage, dass an vielen kleineren und mittelgroßen Bahnhöfen das mit Personal besetzte Servicezentrum wegen des Aufwands nicht mehr vorgehalten werden könne. Er verweist im gleichen Atemzug auf technische Entwicklungen, bringt als Beispiel Banken, bei denen Kunden auch über Internet und Geldautomat Dienstleistungen in Anspruch nehmen würden. "Wir wissen, dass Kunden den persönlichen Kontakt wollen und verstehen das auch." Die Realität sei aber eine andere und deshalb liefen die vielen Informationskampagnen.

Saskia Kirchhoff vom Mobilteam bietet an, dass sich interessierte Gruppen, Vereine, aber auch Städte und Gemeinden melden könnten, dann wolle man vor Ort kostenfrei und individuell Rede und Antwort stehen.

Kontakte vermittelt die Nasa, Am Alten Theater 6, 39104 Magdeburg, Telefon: (0391) 5 36 310, E-mail. info@nasa.de

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