Frohse. Ein schöner Anblick ist das freilich nicht. Marie-Anne Mann aus Frohse hat einen fünf-Liter-Eimer vor ihren Füßen ausgekippt. Auf dem Boden liegen an die 30 Fische. Wohlgemerkt, es sind tote Fische. "Diesen Eimer habe ich Sonntagabend an der Elbe gefunden", berichtet die Frohsianerin. Sie ist mit ihrem Hund oft am Fluss unterwegs. "Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen, das ist krass", sagt Marie-Anne Mann. Die toten Fische, die sich in dem Eimer befinden, sind nicht etwa Köderfische oder mit einer anderen Erklärung zu begründen. Es sind Brasse und Rotfedern, so die Frohsianerin. "Die kann man doch nicht derart im Eimer verkommen lassen", ist sie überzeugt.

Der Kreisanglerverein findet deutlichere Worte. "Das ist eines Anglers unwürdig." Vielmehr vermuten die Fachmänner vom Verband, "dass das Fischwilderei gewesen ist". Zum einen kenne man in dem Verein die Mitgliederer aus Schönebeck und Region. Sie alle müssen einen Fischereischein besitzen. Zum anderen geht der Kreisanglerverein davon aus, dass der gefüllte Eimer zum Verzehr gedacht war. "Über solch einen Fang würde sich ein routinierter Angler freuen", bezieht sich der Verein auf Volksstimme-Nachfrage auf die große Fischanzahl.

Die Fachmänner gehen davon aus, dass die Wildfischer am Elbufer in Frohse, wo vorrangig Auswärtige angeln, überrascht worden seien und darauf ihren Fang vergessen haben. Für Marie-Anne Mann bleibt der Ärger über die Missachtung des Fisches, der nicht nur ihrer Meinung nach zu den Tieren zählt.