Die Agrargenossenschaft Calbe baut acht Sorten Zwiebeln hauptsächlich auf den Feldern um Brumby und Glöthe an. Wie haben sich die diesjährigen Wetterkapriolen auf die Bollenernte ausgewirkt? Andreas Pinkert hat unter anderem dazu mit Reiner Tischler, Chef der Calbenser Handelsgesellschaft (CaHaGe) gesprochen. Dort arbeiten derzeit 50 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb.
Volksstimme: Herr Tischler, wie steht es um die Bolle im Jahr 2011? Ist sie gut gewachsen?
Reiner Tischler: Ja, das kann man nicht anders sagen. Vor zwei Wochen haben wir angefangen, die Bollen vom Feld zu holen. Bis Mitte Oktober läuft die Ernte. Die erste Bestandsaufnahme ist durchaus positiv. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es mehr und größere Zwiebeln. Der viele Regen hat sie ordentlich wachsen lassen. Eine Zwiebel besteht bis zu 90 Prozent aus Wasser.
Volksstimme: Also ein gutes Erntejahr?
Reiner Tischler: Naja, einen Wermutstropfen gibt es schon. Beim heftigen Gewittersturm, der vor knapp zwei Wochen in einer schmalen Schneise über die Region fegte, haben die Bollen viel Hagel abbekommen.
Volksstimme: Welche Auswirkungen hat das? Gibt es dadurch große Ernteausfälle?
Reiner Tischler: Das müssen die nächsten Tage noch zeigen. Sind diese trocken, verwachsen die Hagelschäden besser.
Volksstimme: Im Rahmen des Festes berichten Sie beim traditionellen Rundgang durch die Zwiebelhallen stets über die Erfolgsgeschichte von Calbe und seinen Bollen. Wird das nicht langweilig?
Reiner Tischler: Nicht im Geringsten! 420 Jahre Zwiebelanbautradition mit Höhen und Tiefen: Da können die Calbenser wirklich stolz sein. Sie sind es doch, die die Bollen gern verzehren und überregional bekannt machen.
Volksstimme: Wie hoch schätzen Sie den Verbrauch in der Bollenstadt?
Reiner Tischler: Bundesweit gesehen liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 8,5 Kilogramm im Jahr. In Calbe sind es meiner Meinung nach sicher 15 Kilogramm. In den süd- und südosteuropäischen Ländern wird von einem Verbrauch von bis zu 30 Kilogramm ausgegangen.
Volksstimme: Apropos. Wie viele Bollen werden denn ins Ausland verkauft?
Reiner Tischler: Wir exportieren fast 25 Prozent unserer Ernte, unter anderem in die Tschechische Republik, in die Slowakei, nach Polen oder auch nach Spanien.
Volksstimme: Und schlägt auch der allgemeine Bio-Trend im Bereich der Bollen zu?
Reiner Tischler: Ja. Wir verkaufen rund 2000 Tonnen an Biozwiebeln aus dem Bereich Wanzleben. Bis zu 13000 Tonnen kommen aus der Calbenser Region, zumindest von Anfang August bis Ende Mai. Im Juni und Juli vermarkten wir bis zu 2000 Tonnen Zwiebeln aus dem Ausland.
Volksstimme: Welches ist Ihr Leitspruch, wenn Sie an Bollen denken?
Reiner Tischler (lacht): Hast du Sonne im Herzen und Bollen im Bauch, kannst du immer scherzen und das andere klappt auch.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.