
Ein Kanalsystem für das Wohngebiet Streitfeld fordern vom Grundwasser betroffene Schönebecker. Sie sind der Meinung, dass die Versickerungsmulden das Problem verschärfen.
Schönebeck l Seine Runden - mit dem Rad oder zu Fuß - dreht Eberhard Pfeiffer gern durch das Wohngebiet Streitfeld. Er wohnt in der Leutenberger Straße, es ist sozusagen ein Katzensprung. Aber: Seitdem sich das Problem Grundwasser in Schönebeck dermaßen verschärft hat, muss er bei seinen Spaziergängen immerzu den Kopf schütteln. "Die Mulden in dem Gebiet bringen nichts", erklärt er. Den Beweis dafür findet er schnell bei einem Rundgang mit der Volksstimme.
"Schauen Sie sich die Mulden doch mal an", sagt der Schönebecker und zeigt auf die nach Augenmaß rund einen Meter breiten Streifen, die je an einer Straßenseite entlangführen. Entweder sie sind mit Kies oder Steinen verschüttet oder bepflanzt. "Diese Versickerungsmulden können gar nicht alles Wasser aufnehmen, so dass es vom Streitfeld hin nach Felgeleben fließt", beschreibt der Schönebecker. "Hier ist nichts ausgeschachtet", begründet er.
Pfeiffer wohnt seit 1956 in seinem Haus in der Leutenberger Straße. "Toi, toi, toi. Bis heute bin ich noch nicht betroffen", sagt er. "Aber ich habe es in Hochzeiten am Sickerloch gesehen, dass da nicht mehr viel fehlt", so der Schönebecker. Deshalb fordert er ganz klar: "Wir müssen die Ausdehnung des Grundwassers verhindern."
In die Geschichte zurück schaut bei dieser Gelegenheit Reinhard Banse, der sich diesem Rundgang durch das Streitfeld angeschlossen hat. "Es ist zweifelhaft, warum das Streitfeld damals überhaupt als Baugebiet ausgelegt worden ist", sagt der Anwohner der Paul-Illhardt-Straße und FDP-Stadtrat. "Das einstige Ackerland hat vor Baubeginn schon immer während der Schneeschmelze unter Wasser gestanden", erinnert der Schönebecker. Zustimmendes Nicken gibt dabei Eberhard Pfeiffer.
Auch wenn sich für manchen der Eindruck ergibt, dass die Anwohner nur noch nörgeln, "das wollen wir nicht", wie Eberhard Pfeiffer betont. Jedoch: "Alles spitzt sich zu." Deshalb müsse gehandelt werden. Die Idee der Anwohner: Statt der Versickerungsmulden soll ein Kanalsystem installiert werden.
Gewissermaßen Rückenwind in ihrem Wunsch gibt den Anwohnern unter anderem ein Schreiben des Salzlandkreises (bereits vom April dieses Jahres). Darin heißt es, dass "eine Versickerung im Bereich der weiteren Erschließung des Wohnparks Streitfeld nicht möglich ist". Grundlage dafür sei eine Überprüfung des Konzeptes.
Ein weiteres Indiz für die Anwohner sind die nachträglich geschaffenen Notüberläufe. "Sie verdeutlichen in dramatischer Weise, dass die im Wohngebiet Streitfeld praktizierte Muldenversickerung völlig ungeeignet ist", schätzt Eberhard Pfeiffer ein. Er ist überzeugt, dass durch die Versiegelung der Flächen, die hydrogeologischen Standortverhältnisse verändert werden. So werde seiner Meinung nach vorrangig die Verdunstungsfläche verkleinert. Ähnlich argumentiert auch der Salzlandkreis in seinem Schreiben: "Bei der Ableitung des auf befestigten Flächen anfallenden Niederschlagswassers über Versickerungsanlagen in das Grundwasser kann eine Abflussverschärfung auftreten."
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.