
Erstmals seit der Wende haben in Schönebeck zwei Menschen das Ehrenbürgerrecht verliehen bekommen. Diese höchste Anerkennung, die die Stadt vergeben kann, ist mit Christof Grüger und Dario Malkowski zwei herausragenden Künstlern zuteil geworden.
Von Ulrich Meinhard
Schönebeck l "Jetzt habe ich das erste Mal im Blitzlichtgewitter gestanden", sagt der zurückhaltende Christof Grüger milde lächelnd. Zu diesem Zeitpunkt ist die große Ehrung schon vorüber und die Gesellschaft hat sich plaudernd an das Büffet zurückgezogen. Nur die Fotografen wollen noch ein Bild mit den beiden großen Schönebeckern.
Der 10. Dezember 2011 wird fraglos ab sofort in der Geschichte Schönebecks ein bedeutendes Datum sein. Denn mit Christof Grüger (84) und Dario Malkowski (85) haben nicht nur zwei überaus bedeutende Künstler mit dem Ehrenbürgerrecht die höchste Anerkennung zuerkannt bekommen, die die Stadt überhaupt aussprechen kann: Die beiden sind zudem die ersten Personen, denen diese Würdigung seit der friedlichen Revolution von 1989/90 zuteil wird.
Und so verlief der Festakt im Großen Ratssaal des Schönebecker Rathauses: Die Gäste - darunter viele Stadträte sowie der Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka (SPD) - werden von Mitarbeitern der Verwaltung willkommen geheißen.
Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase (parteilos) zitiert in seinem Grußwort den englischen Schriftsteller Oscar Wilde, Haase sagt: "Wer in schönen Dingen schöne Bedeutung findet, hat Kultur. Für ihn ist Hoffnung." Der OB dankt der Projektgruppe "Galerie im Atrium" für die beiden "sehr weisen Beschlussvorschläge für den Stadtrat" und fügt umgehend hinzu: "Sie decken sich vollauf mit meinen eigenen Intentionen". "Mein Dank gilt ebenso dem Stadtrat, der die beiden Vorschläge am 29. September dieses Jahres einstimmig angenommen hat", führt Haase weiter aus. Mit Chris-tof Grüger und Dario Malkowski würden zwei herausragende Protagonisten und Pioniere des großen Menschenthemas Kultur allgemein und besonders der bildenden Kunst geehrt. Haase hält für beide Herren die Laudatio und findet berührende Worte. Er verweist auf den "unglaublichen Lebensweg" des blinden Bildhauers Dario Malkowski und jubelt angesichts der von Christof Grüger geschaffenen Kirchenglasfenster: "Welch eine Farbenfreude, welch ein Licht!"
Während der Feierstunde sitzt die Gesellschaft an einem Wandbild, das seit vielen Jahren den Ratssaal ziert. Der "Feuervogel" stammt von Christof Grüger. Doch ab sofort wird auch ein Werk von Dario Malkowski im Rathaus zu sehen sein, er hat es an diesem Tag als Überraschung mitgebracht. Es ist die Skulptur eines Schönebecker Straßenfegers aus den 1930er Jahren, den, so Malkowski, alle kannten und "Okko" nannten.
"Ich bin sehr gerührt", sagt Haase mit glänzenden Augen. Auch Malkowski spricht ein wenig mit belegter Stimme. "Als ich erblindete, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich das hier mal erleben werde", sagt er. Und Christof Grüger ruft den Anwesenden leise zu: "Ich danke Ihnen, ich danke Ihnen allen."
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.