Wenn sich alle um den Täter kümmern, wer ist dann für das Opfer da? Unter diesem Motto steht die Arbeit des Weißen Rings. In der Außenstelle Salzlandkreis helfen derzeit 14 ehrenamtliche Mitarbeiter Opfern von Kriminalität. 2011 haben sie 24 Fälle bearbeitet.
Salzlandkreis l Wer als Ehrenamtlicher beim Weißen Ring arbeitet, setzt sich mit harten Verbrechen auseinander. Von den 14 Freiwilligen aus dem Salzlandkreis, die sich dieser Aufgabe stellen, sitzen fünf in Aschersleben, drei in Schönebeck, je zwei in Staßfurt und Bernburg und einer in Calbe, dazu kommt der Landesgeschäftsführer.
Die Fälle werden von Außenstellenleiterin Erika Jänsch zugeteilt. "Sie schaut, welcher Fall zu wem passt", erklärt Detlev-Henry Scherf. Er gehört seit anderthalb Jahren zu Jänschs Team des bundesweiten Vereins, welcher vom einstigen "Aktenzeichen-XY"-Moderator Eduard Zimmermann mitbegründet wurde. Mit 24 Opferfällen im Salzlandkreis im vergangenen Jahr ist die Zahl im Vergleich zu 2010 konstant geblieben.
Scherf berichtet: "Ein häufiges Problem ist häusliche Gewalt - zum Beispiel in Form von Kindesmissbrauch. Aber auch Stalking ist ein Thema; in den vergangenen Jahren hat es in unserer Arbeit immer mehr von Bedeutung gewonnen." Weitere Fallbeispiele für den Salzlandkreis: Prügelattacken oder die psychischen Folgen eines Einbruchs. Dabei gehen die Fälle, wie der Ehrenamtliche versichert, durch alle sozialen Schichten.
Wer den Weißen Ring um Hilfe bittet, wird zunächst von einem Mitarbeiter besucht. "Einigen ist schon geholfen, wenn sie sich ihre Sorgen von der Seele reden können. Aber die meisten benötigen weitere Unterstützung", sagt der 66-Jährige. Neben moralischem Beistand, etwa die Begleitung zu Gerichtsverhandlungen, kann der gemeinnützige Verein auch finanziell helfen. Er konkretisiert: "Wir stellen Schecks für anwaltliche und psychotraumatologische Beratungen oder für gerichtsmedizinische Untersuchungen aus." Letztere spiele zum Beispiel eine Rolle, wenn ein Opfer, das geschlagen wurde, Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz geltend machen wolle.
Vom Rechtsberatungs-Scheck bis zur Hilfe bei neuer Existenz
"Auch Soforthilfen können wir gewähren", zeigt der Ehrenamtler auf. Ein Beispiel aus der Vergangenheit: "Ein Mann musste nach einer Prügelei mit Krücken laufen. Er brauchte dringend Geld für eine Haushaltshilfe." Bei vielen Opfern reiche eine einmalige Finanzspritze aus. "Wir haben aber auch Fälle, bei denen die Hilfe in die Tausende Euro geht - etwa, wenn wir einer verfolgten Person helfen, sich an einem anderen Ort eine neue Existenz aufzubauen." Im vergangenen Jahr hat der Weiße Ring im Salzlandkreis 12500 Euro vergeben. Seit Bestehen der Außenstelle im Jahr 1996 wurden insgesamt 87200 Euro für 153 Fälle gewährt.
Scherf betont: "Die Gelder setzen sich aus Spenden, Nachlässen, Zuweisungen von Geldbußen und vor allem aus Beiträgen der Mitglieder zusammen." 51 zählt der Weiße Ring im Kreis derzeit.
Mitarbeiter beim Weißen Ring wird man nicht ohne Weiteres. Scherf erklärt das Prozedere: "Zunächst muss jeder Anwärter ein Grund- und ein Aufbauseminar absolvieren." Dort wird er unter anderem mit den rechtlichen Grundlagen vertraut gemacht. "Danach bearbeitet er drei Fälle zusammen mit einem erfahrenen Mitarbeiter. Anschließend entscheidet der Landesvorsitzende, ob er denjenigen beruft." Die Ehrenamtlichen im Salzlandkreis kommen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen - vom Polizisten, über den Autoverkäufer bis hin zum Rentner. "Wir können noch mehr Mitarbeiter gebrauchen - vor allem junge." Und was sollte man dafür mitbringen? "Man muss willens sein, Probleme mit einem gewissen Abstand zu klären. Und Man sollte sich in die Psyche von anderen hineindenken können."
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.