• 17. April 2014



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Haltung der Braunbärin auf Wartenberg wird scharf kritisiert / Stadtverwaltung nimmt Stellung


Proteststurm im Internet fegt über Calbe: Tierschützer fordern Umsiedlung von Jette

10.10.2012 02:17 Uhr |


Von Andreas Pinkert


An ihrem Lebensabend bekommt die hochbetagte Braunbärin Jette die bislang größte mediale Aufmerksamkeit. Nach ihrem Tod will die Saalestadt keine Bären mehr halten.

An ihrem Lebensabend bekommt die hochbetagte Braunbärin Jette die bislang größte mediale Aufmerksamkeit. Nach ihrem Tod will die Saalestadt keine Bären mehr halten. | Foto: Andreas Pinkert An ihrem Lebensabend bekommt die hochbetagte Braunbärin Jette die bislang größte mediale Aufmerksamkeit. Nach ihrem Tod will die Saalestadt keine Bären mehr halten. | Foto: Andreas Pinkert

Die Emotionen kochen über: Im Internet fordern Tierschützer die Stadtverwaltung auf, Braunbärin Jette in ein größeres Gehege umzusetzen. Mehr als 4000 E-Mails und Faxe flatterten bis jetzt in Calbes Stadtverwaltung.

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Calbe l Die Welle der Empörung im größten sozialen Internet-Netzwerk Facebook reißt nicht ab. Seit Tagen protestieren dort Nutzer gegen die Haltung von Braunbären-Oma Jette, die seit rund vier Jahrzehnten im Gehege auf dem Wartenberg lebt. Von einem "Betongefängnis" ist dort unter anderem die Rede, das weit weg von einer artgerechten Haltung entfernt sei, so sehen es Tierschützer. "Katastrophale Zustände ohne Spielmöglichkeiten" zählt dabei noch zu den wenigen gemäßigten Kommentaren. Als die Kontaktdaten des Calbenser Rathauses schließlich im Internet die Runde machen, hagelt es E-Mails und Faxe im Sekundentakt, aus allen Bereichen Deutschlands aber auch aus Italien, Spanien, Großbritannien oder den Vereinigten Staaten. Auch Pfarrer Wolfgang Wenzlaff von der evangelischen und Andreas Gauditz von der neuapostolischen Kirche werden aus heiterem Himmel per E-Mail mit dem Fall konfrontiert.

Fakt ist: Seit 1972 haben sich die Braunbären Jette und Peter - einst ein Geschenk der sowjetischen Armee an die Saalestadt - das Betongehege auf dem Wartenberg geteilt. 2003 wurde es durch ein Freigehege samt stählerner "Bärenbolle" erweitert. Nach Aussage der Stadt entsprach die Tierhaltung für ein Paar Braunbären dem Gutachten der Sachverständigengruppe "Tierschutzgerechte Haltung von Säugetieren". Wie Bürgermeister Dieter Tischmeyer betont, wurde der Bau unter Inanspruchnahme zoologischer Fachberatung errichtet. 2007 musste Braunbär Peter eingeschläfert werden. Seitdem fristet Jette, die Experten des Magdeburger Zoos als älteste in Gefangenschaft lebende Vertreterin ihrer Art vermuten, allein ihr Dasein.

Dass die Haltung trotz der Auslauffläche von rund 200 Quadratmetern nicht artgerecht sein kann, wissen die Stadtvorderen schon seit langem. Es wurden "Alternativlösungen für eine Unterbringung des noch lebenden Bären in Gesellschaft  gesucht", sagt Bürgermeister Dieter Tischmeyer. "Es gab Anfragen im Bärenpark Worbis. Mit Experten wurden Lösungsvarianten erörtert, die jedoch nicht zum Ziele führten. Aus Kapazitätsgründen konnte eine Umsiedlung nicht erfolgen. Auch einige Nachfragen in Zoologischen Gärten blieben erfolglos." Aufgrund der vielen Hinweise zur Bärenhaltung initiierte Tischmeyer einen Vor-Ort-Treffen mit dem Amtstierarzt des Salzlandkreises Dr. Ronald Suck samt zuständigen Mitarbeitern für Tierschutz, einer Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde und dem behandelnden Tierarzt Dietrich Horrmann. Sie alle waren sich einig, dass das hohe Alter Jettes, ihre fortschreitende Arthrose-Erkrankung und eine Narkoseuntauglichkeit einen Transport unmöglich machen. Nach geltender Rechtslage wurde mit den zuständigen Fachbehörden gemeinsam entschieden, die Bärin bis zu ihrem Tod auf dem Wartenberg in ihrer gewohnten Umgebung zu belassen.

Eine Entscheidung, die schon gestern Abend in ersten Reaktionen die Internet-Tierschützer nicht zufrieden stellte. Sie fordern weiter eine sofortige Umsiedlung. Mit Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der "Stiftung für Bären" und Leiter des Bärrenparks Worbis, soll nach einem gestern geführten Telefonat ein weiterer Vor-Ort-Termin mit der Stadt ausgemacht und nach Alternativen gesucht werden.



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Copyright © Volksstimme 2014
Dokument erstellt am 2012-10-10 02:17:06
Letzte Änderung am 2012-10-10 02:17:06

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von BastiWilke am 17.04.2014, 00:32 Uhr

Man sollte hier vielleicht auch mal die Kirche bzw. die Moschee im Dorf lassen. Wenn es im Innenstadtbereich nun einmal keine entsprechenden Räumlichkeiten gibt, dann muss ich, wenn mein Anliegen ernst gemeint ist, auch mal ausweichen, z. B. in ein Gewerbegebiet. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, geht es den Muslimen ja nicht um das Repräsentieren, sondern um adäquate Örtlichkeiten zur Praktizierung ihres Glaubens. Das ist ihr gutes Recht. Allerdings sollte man auch mal ins Kalkül ziehen, dass wir hier von einer Minderheit sprechen. Da gleich Forderungen zu stellen, ist meiner Meinung nach der Sache nicht dienlich. Gleiches gilt für die unterschwellige Botschaft, dass die Stadt sich nicht genügend kümmere. Mich würde mal interessieren, was die Islamische Gemeinde an Anstrengungen unternommen hat, z. B. hätte man sich bei Zwangsversteigerungen umsehen können.

von ostelbier am 16.04.2014, 15:36 Uhr

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