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Haltung der Braunbärin auf Wartenberg wird scharf kritisiert / Stadtverwaltung nimmt Stellung


Proteststurm im Internet fegt über Calbe: Tierschützer fordern Umsiedlung von Jette

10.10.2012 02:17 Uhr |


Von Andreas Pinkert


An ihrem Lebensabend bekommt die hochbetagte Braunbärin Jette die bislang größte mediale Aufmerksamkeit. Nach ihrem Tod will die Saalestadt keine Bären mehr halten.

An ihrem Lebensabend bekommt die hochbetagte Braunbärin Jette die bislang größte mediale Aufmerksamkeit. Nach ihrem Tod will die Saalestadt keine Bären mehr halten. | Foto: Andreas Pinkert An ihrem Lebensabend bekommt die hochbetagte Braunbärin Jette die bislang größte mediale Aufmerksamkeit. Nach ihrem Tod will die Saalestadt keine Bären mehr halten. | Foto: Andreas Pinkert

Die Emotionen kochen über: Im Internet fordern Tierschützer die Stadtverwaltung auf, Braunbärin Jette in ein größeres Gehege umzusetzen. Mehr als 4000 E-Mails und Faxe flatterten bis jetzt in Calbes Stadtverwaltung.

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Calbe l Die Welle der Empörung im größten sozialen Internet-Netzwerk Facebook reißt nicht ab. Seit Tagen protestieren dort Nutzer gegen die Haltung von Braunbären-Oma Jette, die seit rund vier Jahrzehnten im Gehege auf dem Wartenberg lebt. Von einem "Betongefängnis" ist dort unter anderem die Rede, das weit weg von einer artgerechten Haltung entfernt sei, so sehen es Tierschützer. "Katastrophale Zustände ohne Spielmöglichkeiten" zählt dabei noch zu den wenigen gemäßigten Kommentaren. Als die Kontaktdaten des Calbenser Rathauses schließlich im Internet die Runde machen, hagelt es E-Mails und Faxe im Sekundentakt, aus allen Bereichen Deutschlands aber auch aus Italien, Spanien, Großbritannien oder den Vereinigten Staaten. Auch Pfarrer Wolfgang Wenzlaff von der evangelischen und Andreas Gauditz von der neuapostolischen Kirche werden aus heiterem Himmel per E-Mail mit dem Fall konfrontiert.

Fakt ist: Seit 1972 haben sich die Braunbären Jette und Peter - einst ein Geschenk der sowjetischen Armee an die Saalestadt - das Betongehege auf dem Wartenberg geteilt. 2003 wurde es durch ein Freigehege samt stählerner "Bärenbolle" erweitert. Nach Aussage der Stadt entsprach die Tierhaltung für ein Paar Braunbären dem Gutachten der Sachverständigengruppe "Tierschutzgerechte Haltung von Säugetieren". Wie Bürgermeister Dieter Tischmeyer betont, wurde der Bau unter Inanspruchnahme zoologischer Fachberatung errichtet. 2007 musste Braunbär Peter eingeschläfert werden. Seitdem fristet Jette, die Experten des Magdeburger Zoos als älteste in Gefangenschaft lebende Vertreterin ihrer Art vermuten, allein ihr Dasein.

Dass die Haltung trotz der Auslauffläche von rund 200 Quadratmetern nicht artgerecht sein kann, wissen die Stadtvorderen schon seit langem. Es wurden "Alternativlösungen für eine Unterbringung des noch lebenden Bären in Gesellschaft  gesucht", sagt Bürgermeister Dieter Tischmeyer. "Es gab Anfragen im Bärenpark Worbis. Mit Experten wurden Lösungsvarianten erörtert, die jedoch nicht zum Ziele führten. Aus Kapazitätsgründen konnte eine Umsiedlung nicht erfolgen. Auch einige Nachfragen in Zoologischen Gärten blieben erfolglos." Aufgrund der vielen Hinweise zur Bärenhaltung initiierte Tischmeyer einen Vor-Ort-Treffen mit dem Amtstierarzt des Salzlandkreises Dr. Ronald Suck samt zuständigen Mitarbeitern für Tierschutz, einer Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde und dem behandelnden Tierarzt Dietrich Horrmann. Sie alle waren sich einig, dass das hohe Alter Jettes, ihre fortschreitende Arthrose-Erkrankung und eine Narkoseuntauglichkeit einen Transport unmöglich machen. Nach geltender Rechtslage wurde mit den zuständigen Fachbehörden gemeinsam entschieden, die Bärin bis zu ihrem Tod auf dem Wartenberg in ihrer gewohnten Umgebung zu belassen.

Eine Entscheidung, die schon gestern Abend in ersten Reaktionen die Internet-Tierschützer nicht zufrieden stellte. Sie fordern weiter eine sofortige Umsiedlung. Mit Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der "Stiftung für Bären" und Leiter des Bärrenparks Worbis, soll nach einem gestern geführten Telefonat ein weiterer Vor-Ort-Termin mit der Stadt ausgemacht und nach Alternativen gesucht werden.



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Copyright © Volksstimme 2014
Dokument erstellt am 2012-10-10 02:17:06
Letzte Änderung am 2012-10-10 02:17:06

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Bitte es fährt sich schon Sch...... in der Innenstadt mit dem Fahrad wege dem Pflaster mit den grossen Fugen.Dannnoch die Autofahrer die zu faul sind zu laufen.Nein danke

von Harneu am 25.07.2014, 13:33 Uhr

Von Walbetrug sollte man erst dann sprechen, wenn eindeutige Beweise und vor allem ein rechtskräftiges Urteil gerichtsseits im Raume stehen. Das hier etwas so richtig falsch gelaufen ist und Manche den Versuch unternehmen, sich herauszureden, ist nachvollziehbar und menschlich. Die Hintergründe aber, wie es dazu kommen konnte, interessieren Alle und vor allem auch die rechtschaffenen Wählerinnen und Wähler! Verantwortung kann man eben nicht nur bezahlt bekommen und sich bei Erfolg noch einen Orden anhängen lassen, bei Misserfolg sollte man genauso klar dann sagen: Ja, es sind Fehler aufgetreten, aus dem Vorgefallenen ziehen wir die richtigen Schlüsse und werden es nicht noch einmal dazu kommen lassen. Das hier nun ein Herumgeeiere stattfindet, ist der Sache nicht dienlich und lässt die Wahlverdrossenheit (siehe Wahlbeteiligung an der Kommunalwahl) nur noch mehr steigen. Ob hier nun ein "Untersuchungsausschuss" oder ein anderes, nennen Sie es wie, sie wollen -"Gremium", konstituiert, ist den werten Wählerinnen und Wählern und im Endeffekt den Bewohnern in Stendal letztendlich vollkommen schnurz. Es zeigt einmal mehr, daß hier ein Nebenschauplatz eröffnet werden soll, der vom Eigentlichen ablenkt und zu nichts führt als zum Abwenden von der Politik. Da ich nicht vollständig im Bilde bin, was da läuft: Ist nicht bei dem Verdacht von Wahlbetrug, ein Begriff, der "im Raume stehen soll", nicht auch die Staatsanwaltschaft mit im Boot?

von pupula am 25.07.2014, 12:52 Uhr

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