Löderburg. Es ist das Gefühl, gebraucht zu werden, das Christine Müller dazu bewegt, in der Löderburger Kita "Zwergenland" auszuhelfen. Sie bekommt dafür kein Geld. Sie macht es ehrenamtlich. Zwei bis drei Mal in der Woche besucht sie die Steppkes, singt mit ihnen, bastelt, malt, liest Geschichten vor. "Kinder machen mir einfach Freude", sagt sie.

Die Kita-Betreuerinnen sind für jede Hilfe dankbar. Es gibt einfach zu viele Kinder auf zu wenig Personal. Das macht sich beim Anziehen der Kleinen bemerkbar. In diesen Momenten bräuchten die Betreuerinnen eigentlich zehn Hände und zwölf Augen.

Zwei Hände und zwei Augen stellt ihnen Christine Müller zur Verfügung. "Wir wissen manchmal gar nicht, was wir ohne sie machen würden", erzählen die Betreuerinnen. "Sie ist eine große Unterstützung."

Christina Müller ist 56 Jahre jung und arbeitslos. 20 Jahre lang hat sie als Bäckerin gearbeitet. Dann musste sie betriebsbedingt gehen. Es folgte eine Ausbildung zur Köchin – allerdings ohne reelle berufliche Perspektive. Dann kamen ABM-Maßnahmen und Ein-Euro-Jobs, jedoch nichts Festes. Dass sie mit 56 Jahren noch einmal eine Anstellung bekommt, das wünscht sie sich, glaubt jedoch nicht daran. Umso wichtiger wird da das Gefühl, gebraucht zu werden. Die Kinder lieben sie. Und die Zeit mit ihnen empfindet sie keinesfalls als anstrengend. Sollte es ihr doch einmal zu viel werden, dann geht sie eben nach Hause.

Enkel hat Christine Müller noch nicht. "Das hat auch noch Zeit", meint sie. Wenn es aber einmal soweit ist, dann freut sie sich auf die Zeit mit ihnen.

Übrigens: Die Löderburgerin ist ein waschechter Weih- nachtsengel. Sie hatte Heiligabend, also am 24. Dezember, Geburtstag. Während ihr Umfeld darüber staunt und es Klasse findet, ist sie jedoch nicht so begeistert. Als Kind habe sie nie mehr Geschenke bekommen als ihre Geschwister. Ihr Geburtstag sei nie etwas Besonderes gewesen, erzählt sie. Dennoch wünscht das Volksstimme-Team alles Gute nachträglich.