Die Stadt Staßfurt soll sich weiterhin mit einem finanziellen Zuschuss am Defizitausgleich des Erlebnisbades im Salzlandcenter beteiligen. Diese Position war Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Sport Konsens. Oberbürgermeister René Zok wurde gebeten, mit dem privaten Betreiber die Modalitäten auszuhandeln.

Staßfurt. "Mein Ziel ist es, die Vorlage mit dem Haushaltsplanentwurf am 24. März in den Stadtrat einzubringen", sagte Oberbürgermeister Zok, der sich, was die Meinungsbildung im Rat zu diesem Thema anbelangt, als "völlig offen" bezeichnete.

Der Stadtrat hatte sich bereits in seiner Novembersitzung mit großer Mehrheit zu diesem Vorhaben positioniert und das Stadtoberhaupt beauftragt mit der Van-der-Valk-Gruppe, der das Salzlandcenter gehört, über eine Verlängerung des am 31. März auslaufenden Vertrages für weitere zwei Jahre zu sprechen. Das Unternehmen hatte schon vor Jahren signalisiert, ohne eine ausreichende finanzielle Unterstützung der Kommune das Bad zu schließen.

Da das Konsolidierungskonzept mit dieser Änderung im November keine Mehrheit fand, legte die SPD-Stadtratsfraktion für die nächste Sitzung einen entsprechenden Antrag vor, der am Mittwoch zur Diskussion stand.

"Unser Ortsverein hat diese Antragsstellung mitgetragen. Wir sind für den Erhalt des Erlebnisbades und wünschen uns, dass die Gespräche mit Druck und Vehemenz geführt werden, wie es nach dem Auslaufen des Vertrages weiter gehen soll", sagte Ausschusschef Michael Hauschild, der auch SPD-Stadtchef in Staßfurt ist.

Der Geschäftsführer des Salzlandcenters, Volker Schilling, berichtete, dass er sich im Vorfeld mit vielen Stadträten getroffen hatte, um sie über die Situation zu informieren. "Da bin ich auf ein positives Echo gestoßen", sagte er.

Beeindruckt von der guten Frequentierung des Bades im vergangenen Jahr äußerte sich der Stadtchef der Linken, Ralf-Peter Schmidt. 2010, so Schilling zur Volksstimme, wurden dort insgesamt rund 70 000 Besucher gezählt.

Der Fraktionschef der UBvS, Corinthus Schobes plädierte dafür, die Laufzeit des Vertrages auf fünf Jahre zu verlängern. Das habe sich auch beim Tierpark bewährt, mit dessen Betreibern, der Lebenshilfe "Bördeland" gGmbH, die Kommunen einen Pachtvertrag über 99 Jahre abgeschlossen hatte. Dem Fünf-Jahres-Vorschlag stimmten alle Ausschussmitglieder zu.

Im Gegenzug, so verlangte Schobes, sollte die Van-der-Valk-Gruppe ihre versprochenen Investitionen zur Erweiterung des Hotelbetriebes in Staßfurt einlösen.

"Mein Ziel ist es, die Vorlage mit dem Haushaltsplanentwurf am 24. März in den Stadtrat einzubringen"

Von einer Verquickung des Badbetriebes mit den angekündigten Investitionen des Investors riet Gerhard Wiest (Linke) ab. Die Mehrheit des Stadtrat habe das Erlebnisbad damals gewollt. Jetzt müsse man sehen, was diese Freizeiteinrichtung der Kommune wert sei, sagte er.

Die Stadt Staßfurt hatte damals für den Bau des Objektes vier Millionen Euro aus der eigenen Kasse aufgebracht. Nach der Insolvenz der Betreibergesellschaft musste die Kommune diese Summe abschreiben, um einen Neuanfang durch die Van-der-Valk-Gruppe zu ermöglichen, die das gesamte Salzlandcenter von der Kreissparkasse aus der Konkursmasse erworben hatte.

Als positives Signal des Unternehmens bezeichnete Günter Döbbel (Fraktion FDP/offene Liste) dessen vertragliche Verpflichtung, die Energie für das Salzlandcenter künftig von den Staßfurter Stadtwerken, einem Betrieb der Kommune, zu beziehen. Aus Sicht des Atzendorfer Kommunalpolitikers, der sich stark für den Sport engagiert, ist das Erlebnisbad genauso erhaltenswert wie das Salzlandtheater.

Döbbel verlangte erst Verhandlungen des Oberbürgermeisters mit Van-der-Valk, um damit eine Handlungsgrundlage für die Beschlussfassung zu bekommen.