Private Investoren wollen auf dem Gelände der Fleischerei am Neumarkt, die bald geschlossen werden soll, ein neues Einkaufszentrum errichten. Dort sollen für rund 3,1 Millionen Euro ein neuer Super- sowie ein Textilmarkt entstehen.

Staßfurt. Das Projekt stellten der Wirtschaftsförderer der Stadt, Christian Schüler, der Zerbster Immobilienmakler Reinwald Bechler sowie Architekt Klaus-Dieter Brenner Montagabend den Mitgliedern des Ausschusses für Bau, Sanierung, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt des Stadtrates vor.

Gemeinsam mit Staßfurts Oberbürgermeister René Zok habe man beraten, welches Handelssortiment in Staßfurt noch fehle, informierte Schüler. Dem Einzelhandelsgutachten der Stadt von 1998 zufolge sei das besonders Oberbekleidung, junge Mode und günstige Bekleidung.

Aus diesem Grund entschieden sich die Planer, einen Textilmarkt für das neue Einkaufszentrum zu gewinnen. Er soll über eine Verkaufsraumfläche von rund 1000 Quadratmetern verfügen, sagte Bechler.

"Der Mietvertrag liegt uns bereits vor. Er wird aber erst unterschrieben, wenn der Textildiscounter weiß, dass er eine Basis für Staßfurt hat"

Den Namen des Discounters wollte er allerdings noch nicht nennen. "Der Mietvertrag liegt uns bereits vor. Er wird aber erst unterschrieben, wenn der Textildiscounter weiß, dass er eine Basis für Staßfurt hat, fügte der Makler hinzu. Mit einem Aufstellungsbeschluss des Stadtrates für einen Bebauungsplan könne der Betreiber dann namentlich genannt werden.

Für den ebenfalls an diesem Standort geplanten Lebensmittelmarkt interessiere sich Netto-Süd, sagte Bechler, der auch den Netto-Markt in Hecklingen errichtet hat. Der Konzern wolle wie in Zerbst mit drei Märkten auch in Staßfurt präsent sein. Hier sei eine Verkaufsraumfläche von 800 Quadratmetern plus Backshop geplant.

Anfangs habe es auch Überlegungen gegeben, dort einen Elektronikmarkt zu bauen. "Den mussten wir abspecken, um den Platz für Zirkus Probst zu erhalten", sagte Bechler. Er schließt nicht aus, "dass sich mal eine Gelegenheit an anderer Stelle bietet." Auf den Arbeitskräftebedarf angesprochen, sagte der Makler, dass mit diesem Projekt elf Vollzeitarbeitsplätze und zwölf für Teilzeitarbeitskräfte entstehen würden.

Wenn alles planmäßig laufe, könne der erste Spatenstich frühestens im späten Frühjahr 2012 erfolgen, so Bechler.

Der Bereich zwischen Lehrter Straße und Neumarkt wäre nach seiner Einschätzung auch ein interessanter Standort zum Komplettieren. Dort könnte zum Beispiel ein Mc-Donalds-Restaurant angesiedelt werden. Bechler: "Es macht aber keinen Sinn, das in den Vordergrund zu stellen."

Die Ausschussmitglieder waren geteilter Meinung. "Damit verbauen wir uns den Eingang zum Landschaftsschutzgebiet Horst mit einem Klotz, wobei die Fleischerei auch schon nicht schön ist", sagte der Kreischef von Bündnis 90/Die Grünen Roman Binder.

Mit beiden Objekten werde man nicht in das Landschaftsschutzgebiet eingreifen. Die Skaterbahn bleibe für die Jugendlichen erreichbar, beantwortete Schüler zwei Fragen von Harald Weise (UBvS). Der Volksstimme sagte der Wirtschaftsförderer, das neue Einkaufszentrum sorge dafür, dass nach der geplanten Schließung der Fleischerei keine Ruine stehen bleibe.

Das letzte Wort hat jetzt der Stadtrat.

Ihm empfahlen die Abgeordneten im nächsten Tagesordnungspunkt einem geplanten, 111 Quadratmeter großen Anbau an die Backstation des Lidl-Marktes zuzustimmen. Damit vergrößert sich die Bruttogeschossfläche des dortigen Einkaufszentrums einschließlich der Drogerie, der Apotheke und des Schuhgeschäftes auf insgesamt 2331 Quadratmeter, sagte die Fachdienstleisterin für Planung, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften der Stadt Anke Michaelis.