Eigentlich hatten sie alle schulfrei. Doch am vergangenen Sonnabend nahmen sich Schüler wie Lehrer nichts anderes vor, als freiwillig in die Schule zu gehen, um den zahlreichen neugierigen Grundschülern und Eltern beim Tag der offenen Tür ihre Ganztagssekundarschule Am Tierpark zu zeigen.

Staßfurt. Zum Sonnabend in die Schule? "Ich hatte wirklich nichts anderes vor", erklärt Nicki aus der 6a, die wie 50 andere Jungen und Mädchen der Schule freundlich die Gäste begrüßt. Und Lisa aus der 7K3 ergänzt: "Wir wollen einfach zeigen, wie toll unsere Schule ist."

Dass die 230 Sekundarschüler in den 13 Klassen nicht nur Mathe und Deutsch pauken, davon überzeugte zum Beispiel Susan Heldmann anhand verschiedenster Werke und Werkzeuge aus dem Kunstunterricht – vom Traumzauberbaum bis zur Linolschnittgarnitur. "Für einen einmaligen Obolus von fünf Euro pro Schuljahr kaufen wir günstig Materialien ein. Somit hat jeder die gleiche materielle Grundlage", erklärt die sympathische Lehrerin. Lukas ist ganz besonders begeistert von den Traumzauberbäumen. Und seine Eltern Daniela und Göran Knauf aus Hecklingen sind überzeugt vom Lernkonzept, und dass ihr Sohn hier gut aufgehoben wäre.

Betreuung bis 15.45 Uhr und 18 AG im Angebot

Lea aus Neundorf weiß noch nicht, ob sie auf das Gymnasium will, während ihre Mutter darüber staunt, was sich alles in der Schule verändert hat. Im Chemieraum probiert Lea erstmal, wie Essigsäure mit Eierschale reagiert.

Madeleine Kunig aus Neun-dorf wollte ihrem Kenny schonmal die Schule zeigen. Es steht schon fest steht, dass er hier ab der 5. lernen wird. Lehrer und Freizeitmöglichkeiten in den Arbeitsgemeinschaften lernte er auch gleich kennen. Kenny brachte sogar seine Spielkameradin mit. Samantha ist zwar erst sieben, doch ruck-zuck ist die Zeit vergangenen...

Die Zahl der AG an der Ganztagsschule ist wirklich überwältigend. "Wir haben 18 Arbeitsgemeinschaften im Angebot. Das reicht von Fußball, Handball bis Spanisch, Nähen und den Streitschlichtern", zählt Lehrerin Christiane Tiebe auf. Ganztagsbetrieb heißt, von der ersten Unterrichtsstunde, die 7.40 Uhr beginnt, bis 15.45 Uhr ist die Betreuung gewährleistet. "Dreiviertel der Fünftklässler nehmen das an. Wenn die Schüler älter werden, nimmt das ab. Viele gehen dann ja auch zum Beispiel trainieren in Vereinen."

Sehnsucht nach zwei Jahren spricht für sich

Schulleiterin Ingrid Richter war wieder sehr zufrieden mit der Resonanz. Und es spricht für sich, wenn ehemalige Schüler schon nach zwei Jahren wieder Sehnsucht nach ihrer Schule haben und vorbeischauen an solchen Tagen. "Wir wollten mal sehen, was sich verändert hat und unsere Lehrer wiedersehen", verrät Anna Schöne aus Staßfurt, die von drei ehemaligen Mitschülern begleitet wird. Möglicherweise wird sich bald wieder etwas verändern. Die Schule rechnet damit, dass noch 2011 der große Umbau beginnt, für den alle lange gekämpft haben (Volksstimme berichtete). Den wolle man nach Beschluss der Schulkonferenz sogar ohne Umzug durchziehen.

Und beim nächsten Tag der offenen Tür werden die Gäste vielleicht sogar schon einen neuen Brennofen für die AG Töpfern bestaunen können. Dafür legt sich nicht zuletzt der Förderverein ins Zeug, der am Sonnabend um Spenden bat und dafür ein riesiges Kuchenbuffet – bestückt von Eltern und Lehrern – anbot. Auch wieder so ein Beweis von Teamgeist.

 

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