Nicht nur die Bode in der Egelner Mulde tritt bei dem Hochwasser in diesem Jahr über die Ufer, auch die Gräben und kleineren Flüsse haben eine bedrohliche Höhe erreicht. In der Egelner Mulde werden regelmäßig Kontrollfahrten gemacht. Die Volksstimme war dabei.

Egelner Mulde. Das Hochwasser hat die Egelner Mulde weiter im Griff. In den ersten Häusern steht bereits das Wasser, Straßen sind überflutet und Keller müssen ausgepumpt werden. Es ist kurz nach 9 Uhr. Wieder werden die Flüsse und Gräben in der Egelner Mulde kontrolliert. Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr, Ordnungsamtsleiter Hubert Malik und Steffen Malucha machen sich auf den Weg. "Zweimal am Tag schauen wir nach dem Rechten. Es ist schwer für uns zu sagen, ob die Pegelstände weiter steigen. Wir haben keinen Messpunkt und müssen uns daher an den Pegeln von Staßfurt oder Wegeleben orientieren. An manchen Stellen haben wir uns schon Fixpunkte ausgeguckt", erklärt Michael Stöhr, während er auf die Mühlenbode blickt. Hier ist alles ruhig. Zwar ist die Bode in Egeln angestiegen, aber sie droht noch nicht, über die Ufer zu steigen.

Ganz anders sieht es an der Ehle bei Westeregeln aus. Sie ist bereits über die Ufer gestiegen. "Innerhalb einer Nacht hat sich der Pegelstand um 20 Zentimeter erhöht", erklärt Hubert Malik. Das ist in Westeregeln schon spürbar. Die ersten Keller und Wohnhäuser laufen voll. Am Schäfergraben unter der Brücke zum Sportplatz fehlen nur noch wenige Zentimeter, dann steht die Brücke unter Wasser. Steffen Malucha deutet auf einen Stock: "Den habe ich am Sonnabend hier rein gesteckt. Bis dahin stand das Wasser." Mittlerweile ist von dem Stock nur noch die Spitze zu sehen. Im Mannschaftswagen der Feuerwehr Egeln läuft der Funk mit. So bekommen die Hochwasser-Kontrolleure mit, dass nun auch in Borne die Kameraden zum Auspumpen eines Kellers gerufen werden. "Teilweise drückt jetzt das Grundwasser in die Häuser", erklärt Hubert Malik. Schon mehrere Einsätze der Wehren in der Egelner Mulde habe es gegeben.

Über Wege, die bereits unter Wasser stehen, geht es weiter in Richtung Etgersleben. "Der Kohlenpott ist ebenfalls randvoll. Es fehlt nicht mehr viel, dann sind die Wege überschwemmt", erklärt Hubert Malik weiter. Auf den Ackerflächen steht das Wasser. Ein Gemeindearbeiter sperrt gerade den Radweg. Hier kommt keiner mehr durch. Das Hochwasser hat den Weg zum Teil komplett überschwemmt. An der Bode in Egeln-Nord wird wieder Halt gemacht. Der genaue Flusslauf ist schon nicht mehr zu erkennen. "Bis zu 75 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schießen hier durch", erklärt der Bürgermeister. Auch in Egeln-Nord steht das Wasser bedrohlich an den Häusern. "Wir werden sicherlich schon bald die ersten Sandsäcke verteilen", sagt Michael Stöhr und steigt wieder in das Auto. Nächstes Ziel ist der Schachtsee bei Wolmirsleben. Auch dieser ist bereits randvoll. Die ersten Campingwagen stehen im Wasser, der Strand ist völlig verschwunden. Und auch in Unseburg und Tarthun hat man mit dem Wasser zu kämpfen. In Unseburg sind die ersten Nebenstraßen überschwemmt, dass Wasser drückt in die Häuser. Teilweise wird hier schon gepumpt.

"Wir hoffen, dass wir bald den Scheitelpunkt erreicht haben und kein Niederschlag fällt. Vielleicht überstehen wir das Hochwasser dann ohne größere Schäden", hofft der Verbandsgemeindebürgermeister.<6>

   

Bilder