Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Üllnitz rückt immer näher. Jetzt hat der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Die drei Wehren Glöthe, Üllnitz und Förderstedt sollen sich während der Fusionsphase miteinander vertraut machen.

Üllnitz/Förderstedt/Glöthe l Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung im alten Jahr ohne eine Diskussion über die Beschlussvorlage grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplanes für diesen Standort an der Landesstraße 63 gegeben. Das ist notwendig, weil sich das Gelände im Außenbereich befindet, hatte die Leiterin des Fachdienstes für Planung, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Anke Michaelis-Knakowski, im Ortschaftsrat Förderstedt berichtet.

Das 9698 Quadratmeter große, an die Karl-Marx-Straße angrenzende Grundstück habe die Stadt inzwischen erworben, sagte die Ressortchefin. Das Feuerwehrdepot soll sich auf eine Fläche von 4500 Quadratmeter erstrecken. Die Planungskosten gab sie mit 23 500 Euro an.

Den Graben, der das früher als Obstplantage dienende Areal durchquert, werde man bei der Planung berücksichtigen müssen, so Michaelis-Knakowski. So sollen die Stellplätze zum Beispiel vorn platziert werden.

Die Lage am Marbegraben bezeichnete die Verwaltung als problematisch. "Nach eingehenden Untersuchungen und Bestandsvermessungen konnte festgestellt werden, dass der Marbegraben insgesamt über ein sehr geringes Gefälle verfügt und sich die Abflussverhältnisse und der Ausbauzustand ungenügend darstellen. Das umliegende Gebiet ist durch vermehrte Vernässungsbereiche gezeichnet. Unmittelbare Auswirkungen auf das Plangebiet sind derzeit nicht bekannt", heißt es in der Vorlage.

"Wir müssen sehen, welchen Abstand wir einhalten müssen", sagte die Ressortchefin in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates, der den Beschluss einstimmig fasste.

"Das wird eine schlagkräftige Truppe. Mit ihr können wir auch Staßfurt unterstützen."

Der stellvertretende Ortsbürgermeister, Förderstedts Wehrleiter, Hans-Jürgen Lärz ist sich mit Blick auf die Fusion der Wehren Förderstedt, Üllnitz und Glöthe sicher: "Das wird eine schlagkräftige Truppe mit 60 bis 70 aktiven Kameraden. Mit ihr können wir auch Staßfurt unterstützen. Damit stärken wir die Wehren und die Zusammenarbeit."

Inzwischen hätten sich die Förderstedter Kameraden mit der Notwendigkeit des Umzugs abgefunden. Ein Feuerwehrmann, der damit nicht einverstanden gewesen sei, sei zur Wehr nach Atzendorf gewechselt. Ein anderer in Förderstedt komplett aus dem Dienst ausgeschieden. Lärz: "Das war zu erwarten." Seinen Worten zufolge erfolgt die Planung für die drei Wehren, die auch den Ortsteil Löbnitz mit im Auge haben, schon gemeinsam. "Letzteres trägt dazu bei, den Haushalt nicht zur strapazieren", sagte Lärz.

Anfang Dezember sind die Kameraden aller drei Ortswehren gemeinsam zum neuen Standort ausgerückt und haben das Gelände in einem Arbeitseinsatz von Unkraut und Bäumen befreit. "Demnächst wird das Grüngut noch abgefahren, damit der Platz frei liegt", erklärt der Üllnitzer Wehrleiter Stefan Rudat.

"Von den Kameraden in der Wehr kommen nur positive Reaktionen."

Auch er findet für die anstehende Fusion nur gute Worte. "Wir stehen dem Ganzen positiv gegenüber", sagt er gestern zur Volksstimme. Auch seine Kameraden seien dieser Meinung: "Von den Kameraden in der Wehr kommen nur positive Reaktionen". Die Einsicht in die Notwendigkeit der Fusion überwiege letztendlich. "Es führt kein Weg an dem Zusammenschluss vorbei. Es ist heute leider bei jeder Feuerwehr so, dass die Kräfte, gerade tagsüber, fehlen. Natürlich wäre jede Wehr lieber unter sich geblieben, aber finanziell ist das gar nicht machbar", fasst Stefan Rudat zusammen.

Bis das neue Gerätehaus steht, haben die Wehren Glöthe, Üllnitz und Förderstedt nun Zeit zusammenzufinden. Die Wehren führen bereits gemeinsame Dienstabende durch. Sie kommen alle 14 Tage zum gemeinsamen Dienstabend zusammen. So standen am gestrigen Abend im Förderstedter Feuerwehrgerätehaus Ausbildungsinhalte für alle Mitglieder der Kinder- und Jugendwehr und für die aktiven Kameraden aller drei Wehren an.

"Auch die Jahreshauptversammlung in diesem Jahr, am 1. März, werden alle drei Wehren zusammen abhalten", erklärt Stefan Rudat. Der erste Kameradschaftsabend fand bereits im Oktober in Förderstedt statt.

Ein Herzstück der Fusion ist die Zusammenführung der Kinder- und Jugendwehren von Üllnitz und Förderstedt - in Glöthe gab es keinen Nachwuchs. Bianca und Ralf Zaschke von der Förderstedter Wehr und Stephan Ullmann und Christoph Kühne von der Üllnitzer Wehr leiten derzeit die fusionierende Kinder- und Jugendwehr. Die Kinder lernen schon jetzt gemeinsam, trainieren, fahren zu Wettkämpfen oder sind auf Ausflügen unterwegs.

Auch der gemeinsame Hochwassereinsatz hat die Kameraden der drei Wehren sicher schon zusammengeschweißt.

 

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