Die Zukunft der Anfang der 1990-er Jahre gegründeten Gesellschaft für territoriale Sanierung und Innovation mbH (GSI) in Hohenerxleben ist gesichert.

Hohenerxleben l Die Stadt Staßfurt, die die Gesellschafteranteile von der ehemaligen Gemeinde Neundorf übernommen hatte. hat die letzte noch verbliebene Sparte des Unternehmens, den Garten und Landschaftsbau, zum 1. Januar dieses Jahres an die Fafu Dienstleistungs GmbH in Calbe (Saale) verkauft.

Den Preis wollte Oberbürgermeister René Zok (parteilos) gestern nicht nennen. Die Veräußerung sei aber nicht erfolgt, um den Haushalt der Kommune zu konsolidieren, stellte er klar. Damit sei man einer Auflage der Kommunalaufsicht gefolgt, die der Stadt nahe gelegt hatte, sich von dem privatwirtschaftlichen Teil der GSI zu trennen. Die Sparte des Betriebes, die seit 1992 insgesamt rund 6000 Arbeitslose eine gewisse Zeit lang in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beschäftigt hatte, ist inzwischen eine Außenstelle der Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktförderung Schönebeck. Sie beschäftigt derzeit sechs Mitarbeiter in Hohenerxleben. Im Garten- und Landschaftsbau sind zurzeit fünfzehn Frauen und Männer tätig.

Von ihnen verabschiedete sich gestern der langjährige GSI-Geschäftsführer Klaus-Jürgen Keerl, der nach 21 Jahren an der Spitze der Gesellschaft das Steuer an den neuen Geschäftsführer Burkhard Faupel und den neuen Betriebsleiter Thomas Moye übergab, bei einem kleinen Empfang offiziell. Dabei würdigte Zok Keerls große Verdienste und das Engagement, mit dem dieser das Unternehmen entwickelt habe. "Er hat die GSI aufgebaut und bis zum letzten Tag vorbildlich geführt", lobte das Stadt-oberhaupt und hob zugleich die gute Zusammenarbeit der Stadt mit ihm hervor.

Die Kommune habe sich den zum Jahreswechsel erfolgten Verkauf des Garten- und Landschaftsbaus nicht leicht gemacht. Er sei aber fest davon überzeugt, mit der Auswahl des neuen Gesellschafters Fafu eine gute Entscheidung getroffen zu haben, sagte Zok.

"Ich bin erfreut, überrascht und auch überwältigt, weil ich das gar nicht gewollt und erwartet hatte."

"Ich bin erfreut, überrascht und auch überwältigt, weil ich das gar nicht gewollt und erwartet hatte. Ich hatte gedacht, das Wesentlichste haben wir getan. Nun kannst du dich zurückziehen", sagte Keerl.

"Es war nicht immer einfach", zog er eine kurze Bilanz der letzten 21 Jahre. Aber er habe immer Mitarbeiter, Ansprechpartner und Mitstreiter gehabt, die ihn unterstützt und bei der Lösung der Probleme geholfen hätten. Das Hauptaugenmerk habe damals auf der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitslose gelegen. Parallel dazu habe sich der Gewerbebetrieb entwickelt. Diesen habe man auf- und ausgebaut, um Geld zu verdienen zur Abdeckung der Kosten für die Geschäftsführung. Damals habe die GSI für das Rasenmähen in Staßfurt-Nord 50 Pfennig pro Quadratmeter bekommen, erinnert sich der Geschäftsführer. Das Unternehmen habe im Garten- und Landschaftsbau, wozu auch Pflasterarbeiten gehören, sehr viel in Staßfurt, Bernburg und Lutherstadt Eisleben geleistet. Diese Arbeiten hätten sich durch eine hohe Qualität ausgezeichnet, die alle Geschäftspartner geschätzt hätten. Keerl: "Wir haben Arbeiten erledigt, die andere nicht erledigen wollten oder konnten."

Der scheidende Geschäftsführer nutzte die Möglichkeit, sich von seinen Mitarbeitern für die Loyalität, Achtung und Anerkennung zu bedanken, die ihm entgegengebracht wurden. Sein Dank galt aber auch der Stadt Staßfurt. "Ich habe in all den Jahren immer freie Entscheidungsgewalt gehabt. Das ist für so ein Unternehmen nicht selbstverständlich", sagte Keerl.

Obwohl die Nachfolge geregelt ist, ganz loslassen kann der 70-Jährige Staßfurter, der zu DDR-Zeiten als Chef der Schweinemastanlage in Hecklingen tätig war, von seinem "Baby GSI" noch nicht. Er will noch bis zum Jahresende für die Einarbeitung seiner Nachfolger sorgen. Seiner Frau versprach Klaus-Jürgen Keerl gesstern aber, er werde sich darum bemühen, mehr zu Hause zu sein.

Burkhard Faupel sagte, der Gesellschafterwechsel sei eine langwierige Geschichte gewesen. Der Stadt bescheinigte er, die Verhandlungen fair und mit offenem Visier geführt zu haben, was man als sehr angenehm empfunden habe. Dem Oberbürgermeister versprach Faupel, den Standort Hohenerxleben am Leben zu erhalten. Und den übernommenen GSI-Mitarbeitern bot er an, dass sie bei Problemen jederzeit zu ihm nach Calbe kommen könnten.

   

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