Das Juni-Hochwasser des vergangenen Jahres prägt auch das Einsatzjahr der Schneidlinger Wehr. Die Helfer zeigten sich tief bewegt vom Schicksal der Menschen, die ihnen begegneten. Auch diese Erinnerungen kamen bei der Jahreshauptversammlung Freitagabend noch einmal hoch.

Schneidlingen l "Wer das Leid gesehen hat ... man kann es sich nicht vorstellen." Heute noch fällt es Hans-Joachim Braun schwer, die richtigen Worte zu finden, denkt er an den Juni des vergangenen Jahres zurück. Der Ortswehrleiter und seine Truppe aus Schneidlingen waren wie viele andere Feuerwehren auch zusammen mit den Kameraden aller Ortswehren der Stadt Hecklingen mit dabei, als es darum ging, den vom Hochwasser betroffenen Menschen zu helfen. "Wir hatten noch Sandsäcke auf Lager." Mit dem Mannschaftswagen seien diese nach Calbe transportiert worden, berichtet der Schneidlinger. Weitere Sandsäcke wurden gefüllt und gestapelt, viele Stunden lang, auch nachts. In Groß Rosenburg waren Männer im Einsatz. Keller wurden leer gepumpt. "Die Menschen waren trotz der schlimmen Lage immer hilfsbereit." Das sei unwahrscheinlich. Wenn man sich das vorstellt: kein Licht, kein Strom, kein Wasser und eine Dixitoilette vor der Tür."

Erinnerungen wie diese kamen auf der Jahresversammlung Freitagabend noch einmal hoch, als der Ortswehrleiter die Einsätze des vergangenen Jahres Revue passieren ließ.

Alles in allem mussten die Kameraden aus Schneidlingen 19 Mal ausrücken. 11 Wehrleute halfen gleich zu Beginn des Jahres Anfang März bei einem Verkehrsunfall auf der Harzstraße.

Im August ereignete sich ein weiterer Verkehrsunfall auf der Cochstedter Straße, neun Einsatzkräfte halfen mit. Löscheinsätze ereigneten sich im Mai (Mittelbrand und Fahrzeugbrand). Im August rückten neun Kameraden aus, um einen Flächenbrand in der Heinrich-Heine-Straße (Gartenland) unter Kontrolle zu bringen. Einen Tag später musste ein weiterer Flächenbrand (Baumallee, Heinrich-Heine-Straße) gelöscht werden.

Der genannte Hochwasserschutz hielt die Männer und Frauen mehrere Tage lang auf Trab. Am 6. Juni waren fünf Leute aus Schneidlingen an der Saale im Einsatz, in Groß Rosenburg halfen jeweils fünf Schneidlinger an zwei weiteren Tagen bis zu 15 Stunden mit.

Hans-Joachim Braun ging in seinem Bericht auch auf die Mitgliederzahl der Mannschaft ein. Im Feuerwehrverein engagieren sich in Schneidlingen 77 Männer und Frauen. 20 aktive Kameraden (davon zwei Frauen) unterstützen das Team der Ortswehr. 14 Kameradinnen und Kameraden stellen die Altersabteilung. 38 fördernde Mitglieder wurden genannt, fünf Ehrenmitglieder ebenfalls.

Weiterhin führte Braun die im zurückliegenden Jahr geleisteten Dienstabende auf. Die aktiven Feuerwehrmänner und -frauen führten 23 Zusammenkünfte durch. Die Alterskameraden trafen sich zehnmal. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr kamen 18 Mal zusammen. 12 Treffen können die Nachwuchskräfte der Kinderfeuerwehr verbuchen. Außerdem hat die Ortswehr neun Übungsstunden mit den Jugendlichen der im Ort ansässigen Klusstiftung, wo Menschen mit Handicap leben und lernen, durchgeführt.

Alles in allem ist der Ortswehrleiter zufrieden. Auch was die Ausbildung anbelangt. Die Wehr sei diesbezüglich gut aufgestellt. "Wir bemühen uns immer, auf dem neuesten Stand zu sein", sagte der Ortswehrleiter.

 

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