Die ehemalige Zuckerfabrik am Stadteingang von Hecklingen hat offenbar keinen Eigentümer mehr. Das sagt Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU). Offen ist nun, was mit dem Gelände in Zukunft passiert.

Hecklingen l Die Hinterlassenschaft der einstigen volkseigenen Betriebe prägt noch heute das Bild von Hecklingen. Gleich hinter dem Ortseingangsschild aus Staßfurt begrüßt ein roter Klinkerbau der ehemaligen OGEMA den Autofahrer. Die Abkürzung stand für Obst-Gemüse-Marmelade. Im Volksmund wurden die Zweigstellen des staatlichen Obst- und Gemüsehändlers wegen des oft kargen Angebotes meist als Obst und Gammel bezeichnet.

Nur wenig weiter bietet die ehemalige Zuckerfabrik heute noch einen Einblick in die einst florierende Planwirtschaft. Die ganze Immobilie ist seit Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben. Auch fast ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer und dem Niedergang der volkseigenen Betriebe, prägt das Areal noch das Stadtbild. Zwei Schonsteine befinden sich auf dem Gelände. Daneben gibt es riesige Hallen. Kaum ein Stadtplaner würde heute auf die Idee kommen, einen Industriebetrieb so dicht an die Wohnbebauung zu setzen. Doch seit dem Mauerfall ruht die Entwicklung des Areals. Meistens sind die Eigentumsverhältnisse die Ursache des Stillstandes, sagt Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche. Im Fall der ehemaligen Zuckerfabrik habe sich der Eigentümer nun von seinem Eigentum losgesagt, erklärt der Stadtchef. "Das habe ich erst auch nicht für möglich gehalten", räumt er ein. Die Fachleute hätten ihm aber versichert, dass dies durchaus möglich sei.

Doch wem gehört die Immobilie nun? Wahrscheinlich erst einmal gar keinem, sagt der Bürgermeister. Ob die Bundesrepublik nun zuständig sei, müsse erst noch geprüft werden. Im Zweifel dürfte der Steuerzahler also für das Areal zuständig sein.

Zumindest, so Kosche weiter, gehe von den Gebäuden vorerst keine Gefahr für die Allgemeinheit aus. Allerdings ist die alte Zuckerfabrik nicht das einzige leerstehende und vor sich hin verfallene Gebäude innerhalb des Gemeindegebietes. Immer wieder müsse bei drohender Gefahr für die Allgemeinheit das Bauordnungsamt des Landkreises verständigt werden. "Die Zusammenarbeit mit dem Bauordnungsamt funktioniert sehr konstruktiv", lobt der Bürgermeister den ämterübergreifenden Einsatz der Mitarbeiter.