Die Bürger des Ortes Glöthe sind mit ihrer Geduld am Ende. Seit Monaten steht das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch in den Kellern der Anwohner. Pumpen laufen auf Hochtouren. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Glöthe. Tauwetter, anhaltender Regen, gesättigte Böden und erschöpfte Kapazitäten des Marbe-Grabens. Zweifelsohne, die Zeichen für trockene Keller in Glöthe stehen nicht gut. Doch wenn nicht bald eine Lösung gefunden wird, stehen Existenzen auf dem Spiel.

Das Wasser, das seit Monaten in den Kellern steht, ist bei vielen Anwohner bereits ins Mauerwerk eingezogen und wandert stetig nach oben. So wie bei Elke und Joachim Mittag.

"Inzwischen sind die Wände in den Wohnräumen feucht", erzählt das Paar. Sogar Schimmel habe sich stellenweise breit gemacht. "Da hilft auch kein ausgiebiges Heizen und Lüften", sagt Elke Mittag. Das Wasser mache sicher auch der Bausubstanz zu schaffen, ergänzt ihr Mann. Sollte es irgendwann zu einer Trockenlegung kommen müssen, kämen immense Kosten auf das Paar zu. Kosten für etwas, wofür nicht sie die Schuld tragen.

Die Ursache für den stark angestiegenen Grundwasserspiegel ist vermutlich ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Dazu gehören beispielsweise Geländemorphologie, Niederschlagsmenge und – in den Augen von Joachim Mittag der schwerwiegendste Faktor – die schlechte Unterhaltung des Marbe-Grabens, der das Wasser normalerweise abführt.

Hinzu kommt eine defekte Pumpe, die das Wasser eines Teiches, der so genannte Rusche-Schacht, in den Marbe-Graben führt.

Der Rusche-Schacht ist mittlerweile übervoll, und auch im Marbe-Graben sind die Kapazitäten erschöpft.

Joachim Mittag und auch viele andere Anwohner sind sauer. "Konkrete Hilfe haben wir bisher keine bekommen", erzählt er. Man kümmere sich darum, wurde dagegen schon oft gesagt.

Große Hoffnung setzt der Glöther nun in einen Termin in der nächsten Woche im Staßfurter Rathaus. Am Dienstag, dem 18. Januar, werden Experten Stellung zum Sachverhalt nehmen. "Ich hoffe, dass uns endlich konkrete Lösungsvorschläge geboten werden", so Joachim Mittag.